Wohnzimmer Schrankmöbel

Nachdem ich meine Frau mit dem Sideboard überzeugen konnte, sollten nun im passenden Design, Möbel für unser Wohnzimmer entstehen, die folgende Eigenschaften mitbringen sollten: Eine 3 teilige Wohnwand, bestehend aus zwei Vitrinen und einem Highboard. Die Möbel sollten aus Eiche sein, Korpus und Fronten aus Vollholz. Da mir kein Abricht und Dickenhobel zur Verfügung steht, verwende ich Leimholz. Die Rahmen bestehen aus 60 mm Leimholz Bohlen, die Böden, Wände und Fronten aus 19 mm Leimholz. Die Schubladen und Türen sollten ohne nach außen herausragende Griffe oder Knöpfe zu öffnen sein. Diese Anforderung wurde durch Touch-Beschläge von Hettich realisiert. Die Vitrinen sollten beleuchtet sein und variable Glasböden haben. Es sollten keine Kabel zu sehen sein. Die Vitrinen sollten eine geringere Tiefe haben wie das Highboard. Am Anfang stand die Planung im CAD Zeichenprogramm Turbo CAD 17. In dieser Zeichnung wurden alle relevanten Maße und Konstruktionsdetails festgelegt und auf dieser Basis das Glas für Böden und Fronten beim Glaser bestellt. Begonnen habe ich mit der kleinen Vitrine: Die Seitenteile wurden als erstes erstellt. Im Bereich der Glastür wurden die Seitenteile innen aufgedoppelt, um auf die 60 mm der Rahmenhölzer zu kommen. Diese Innenwände wurden mit der Oberfräse und der Festool-Schiene gelocht. Mit dem Deckel bin ich ebenso verfahren: das innenliegende Holz wurde für die Aufnahme der LED Beleuchtung vorbereitet, die Kabel zwischen die Hölzer verlegt und in einer gefrästen Nut auf der Rückseite nach unten geführt. Die Nut wurde mit einer entsprechenden Leiste geschlossen. Der Trafo der Beleuchtung hängt unter dem Schrank und ist nicht sichtbar. Das Highboard wurde in ähnlicher Reihenfolge erstellt, wie das bereits beschrieben Sideboard. Das dritte Möbelteil, die hohe Vitrine, ähnelt dem Aufbau der kleinen Vitrine. Der Unterschied ist die oben aufgesetzte Schrankeinheit. Dieses Möbelteil konnte nur im liegenden Zustand erstellt werden,da meine Werkstatt leider eine zu geringere Deckenhöhe hat. Nachdem alle Korpusse erstellt bzw. montiert waren, wurden die 12 Schranktürchen gesägt, geschliffen, gefast, genutet (gegen Verzug/Spannung) mit je 2 Querriegeln versehen und anschließend mit dem Forstner Bohrer das Scharnier eingepasst. Für die Vitrinentüren wurden Rahmenhölzer erstellt, diese passend für die Glasscheibe gefräst, mit Scharnieren versehen und an die Korpusse angepasst. Erst dann habe ich die Scheiben mit einem Klaren Acrylkleber eingesetzt. Die Schubladen bestehen aus 10 mm Sperrholz und Fronten aus 18 mm Leimholz. Die Kabel des TV Bildschirms sind hinter einer 40 mm dicken und hohlen Holzwand verstaut. An dieser hängt die TV Befestigung und diese ganze Einheit gedübelt an der Wand. Das Highboard ist nur darunter geschoben. Oben in der Kabelwand ist das Regal nur eingesteckt. Dieses kann durch eine längere Holzzunge, die in einer Führung sitzt, nicht wackeln. Alle Teile wurden mit Flachdübeln verleimt. Nach dem Endschliff wurde die Möbel mit Osmo Möbelwachs endbehandelt.

Benötigte Zeit

60 Stunden

Verwendetes Werkzeug

  • Formatkreissäge, Oberfräse, Rotationsschleifer, Forstner Bohrer, Zwingen, Spanngurte zum Spannen der Rahmenteile,

Verwendete Materialien

  • Eiche Leimholz 18 mm Bretter und 60 x 60 mm Bohlen, Sperrholz 10 mm, Scharniere, Schubladenauszüge, Glas angefertigt nach Maß, LED Beleuchtung, Leim, Möbelöl, Glaskleber

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
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Kommentare

01.08.2016

Hallo Hans, Hut ab! Ein ganz dickes Kompliment!

04.08.2016

Hamm! Wahnsinn!! Das könntest Du in jedem Möbelhaus ausstellen! Sieht aus wie vom Profi-Tischler gebaut.

06.08.2016

Sehr schöne Arbeit, wie wurden die Querriegel mit den Türfronten verbunden, mit einer Gradnut?

07.08.2016

Die Querrriegel sind stumpf aufgeleimt. Da diese nur zum Sperren dienen, habe ich den Aufwand aufgrund fehlendem Frästisch nicht aufmich genommen. Gruß Hans Witkowski

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