Esstisch aus amerikanischer Kirsche

Meine Schwester ist umgezogen und hat sich einen großen, modernen (zargenlosen) Esstisch gewünscht. Die Modelle die ihr im Möbelladen gefallen haben, waren aber sehr teuer. Wir kamen ins Gespräch und ich habe ihr versprochen einen Esstisch nach ihren Vorstellungen zu bauen. Er sollte 8 Personen Platz bieten, keine Zagen haben, eine Waldkante und eine zurückhaltendes Untergestell in Kufenform (aus Edelstahl). Ich habe zunächst einen Entwurf in Sketch-up gemacht. Nach meiner Recherche zeigte sich, dass das Untergestell sehr teuer werden würde. Also entschlossen wir uns alles aus Holz zu fertigen. Mir wurde ein wenig unwohl, ein solch großes Projekt hatte ich noch nie gefertigt. Ich hatte Sorge mein Versprechen nicht halten zu können. Meine Werkstatt hat nur knapp 20 m2. Aber versprochen ist versprochen. Dann haben wir das Holz ausgewählt, die Entscheidung fiel auf amerikanische Kirsche. Bei einem Händler habe ich Bohlen (58 mm, aus einem Stamm geschnitten) gekauft. Aufgrund der Platzprobleme in der Werkstatt habe ich das Holz dann grob im Garten zugeschnitten. Nach der Akklimatisierung in der Werkstatt ging es mit dem Hobeln los. Das Abrichten war nicht einfach, da ich nur eine kleine Abrichte (Länge 1,2m) habe. Aber mit Geduld, Rollenböcken und Tischverlängerung hat es dann erstaunlich gut geklappt. Zuerst wurde das Untergestell gebaut. Die Konstruktion sollte ohne erkennbare Gratleisten auskommen. Also habe ich mir überlegt, dass ich das Untergestell an der Oberseite gut 6 cm stark aus Holz mit stehenden Jahresringen fertige. Dies wurde dann 1,5 cm in die knapp 4 cm starke Platte eingefräst. Befestigt wurden die Beine dann mit Schrauben in Langlöchern. So kann das Holz arbeiten, das Untergestell bildet also die geschraubten Gratleisten. Da die Schrauben gesenkt wurden, sind diese nur zu erkennen wenn man unter dem Tisch liegt. Die Beine könne durch diese Konstruktion für den Transport abgenommen werden. Für die Platte habe ich mit der Handkreissäge mit Führungsschiene die Bretter zugeschnitten und mit der Raubank gefügt. Die Platte wurde mit Flachdübeln verleimt, somit konnte ich es erreichen, dass es wenig Versatz gab. Die Platte wurde dann mit dem Putzhobel nachgearbeitet. Schließlich wurde alles geschliffen und zweimal mit Hartwachsöl behandelt. Das Projekt hat viel Spass gemacht. Mit einigen Vorüberlegungen und Planung ist es möglich auch große Projekte in einer kleinen Werkstatt zu bauen. Der Tisch ist 2,35m lang, 1,05m breit und steht nun an seinem Bestimmungsort. Insgesamt konnte das Projekt mit 500 Euro Materialkosten realisiert werden.

Benötigte Zeit

75 Stunden

Verwendetes Werkzeug

  • Hobelmaschine, Tischkreissäge, Handhobel (Raubank und Putzhobel), Exzenterschleifer, Oberfräse, Handkreissäge mit Führungsschiene, Akkuschrauber, Zwingen

Verwendete Materialien

  • ca. 0,35 m3 amerikanische Kirsche, Holzleim, Schrauben

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
ab 65,00 
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Kommentare

21.04.2016

Wunderschöner Tisch, würde ich mir genau so auch ins Esszimmer stellen! Würdest Du den Sketch-Up weiter geben? Gruß Kevin

22.04.2016

Hallo Felix, Optisch gefällt mir dein Tisch sehr gut. Das mit der Walfkante finde ich chic. Respekt auch, dass Du mit Deinem Mitteln die große Platte händeln konntest. Das kann man gut nachfühlen. Aber auf die Länge ohne Zarge? Ich würde erwarten, dass der Tisch mit der Zeit durchhängt. Drücke Euch die Daumen, dass es nicht eintrifft. VG Stephan D.

20.05.2016

Hallo Kevin, gerne gebe ich die Datei weiter. Sende mir kurz eine Mail an felixjarck@hotmail.com und ich schicke sie dir im Anhang. Gruß, Felix

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