Küche im Eigenbau

Wir wohnen in einem Fachwerkhaus, da sind gerade Wände und Möbel von der Stange nicht passend. So habe ich vor rund 25 Jahren schon die erste Küche selber gebaut. Damals mit viel Unbehagen, ob alles hält. Aber die lange Lebendauer spricht für sich trotz der Verwendung von preiswertem Fichtenholz aus dem Baumarkt. Mit den Erfahrungen von heute sollte es nun eine neue Traumküche werden. Die sieht nun durch Umstellung der wichtigen Teile wie Spüle und Herd ganz anders aus. Viele Ideen, die über Monate gereift sind, stecken in der Küche. Auch rate ich jedem Bauherrn: Planen, planen planen. Alleine an den Holzkonstruktionen habe ich mehrere Wochen mit Sketchup gesessen um eine bauliche, optische, haltbare und platzsparende Lösung zu finden. Rücksicht auf das Arbeiten des Holzes, Maserrichtungen und vieles mehr sind zu berücksichtigen, Dazu kommen die eigenen Fähigkeiten und die Wünsche der Köchin. Mit dem Ergebnis sind wir und die Köchin äußerst zufrieden. Einige Details: Die Schubladenreihe ist ohne Führungen verbaut, die Querstreben sind aus Multiplex, die Längsstreben aus Buche damit alles möglichst wenig arbeitet. Nach hinten verjüngen sich die Schubladen um etwa 3mm. Das hat den Vorteil, dass die sechs Schubladen immer bündig in einer Linie stehen, das Spiel der Lade vorne beträgt nur 1-2mm. Die Schubladen laufen auf Filz einwandfrei und fast genauso leicht wie Rollführungen. Bei den Glasschüben ist zu beachten, dass der Raum innen klein gehalten wird und über den Glasschüben eine Platte ist. die die Öffnung der Schübe abdeckt, damit die Düfte nicht entweichen oder sich untereinander verwischen. Eine besonder Aufmerksamkeit musste ich dem Eckschrank zukommen lassen: Der Schrank hat wenig Platz für die Türen, die Öffnung sollte aber groß genug sein, damit Töpfe und Pfannen aus dem Rondell genommen werden können. So habe ich mich für diese Winkellösung mit Scharnieren entschieden, die bisher einfandfrei funktioniert. Gestrichen wurde alles mit Biobin-Arbeitplattenöl, danach noch Liberon-Antikwachs für den entsprechenden Touch.

Benötigte Zeit

100 Stunden

Verwendetes Werkzeug

  • Scheppach-Tischkreissäge, Elektra Abrichte-/Dickenhobel, Oberfräse, Frästisch aus Holzwerken, Hobel, Bandschleifer

Verwendete Materialien

  • ca. 0,7qm³ Eiche vom örtlichen Sägewerk, Öl, Wachs

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
ab 65,00 
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Kommentare

20.08.2013

Top, ich glaube besser geht es nicht, trotz dem recht Dunklem Holz sehr filigran und leicht. Toll

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