Tipps & Tricks Tischlern

Treppen mit „63“: Das Geheimnis des bequemen Gangs

Das Geheimnis des bequemen Gangs. Illustration: Willi Brokbals
Das Geheimnis des bequemen Gangs. Illustration: Willi Brokbals <p>So geht es bequem bergauf: Mit einer erstaunlich einfachen Formel lässt sich das optimale Verhältnis von Steigungshöhe und Auftrittlänge ermitteln.</p>

Auch wenn man nicht alle Tage eine Treppe baut: Die Grundregeln dafür, wann eine Treppe als sicher gilt, sind ein Musterbeispiel dafür, wie die gute Form der Funktion folgt. Die meisten Treppen in Wohngebäuden haben einen Neigungswinkel zwischen 30° und 40°. Für einen normal großen Mitteleuropäer ist bekannt, dass seine Schrittlänge bei rund 63 Zentimetern liegt.

Wird ein Schritt auch dafür genutzt, um aufwärts zu gelangen, verkürzt sich die Länge entsprechend. Für das bequeme (und damit sichere) Gehen auf einer Treppe gilt allgemein, dass sich die Schritthöhe von Stufe zu Stufe nirgends unterscheiden soll. Wenn die zu überwindende Höhe und die zur Verfügung stehende Länge des Treppenlochs bekannt sind, wird mit einer einfachen Gleichung ermittelt, welche Stufenzahl die richtige ist für einen guten Gang. Die Faustregel lautet: Doppelte Steigungshöhe, addiert mit der einfachen Auftrittsbreite gleich 63 Zentimeter. Mit Hilfe dieser Gleichung ermitteln die Treppenbauer die richtige Stufenzahl für eine harmonisch zu gehende Treppe.

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Kommentare

4 Kommentare

  1. Wie errechne ich die Steigungshöhe.

  2. Oder besser gesagt kann mir jemand anhand eines Beispiels dieses erklären.

  3. Manfred Ruecker

    Berechnungsbeispiel an einer geraden Treppe

  4. Manfred Ruecker

    Berechnungsbeispiel an einer geraden Treppe

    Rechnerische Ermittlung des Steigungsverhältnisses nach der
    Schrittmaßregel 63cm
    (Bestmögliches Verhältniss wäre s17,0cm+s17,0cm+a29,0cm)

    Die Geschosshöhe (H) soll/ist 275cm (OKFFB zu OKFFB) betragen,
    die Steigungshöhe (s) einer Stufe ca. 17,0cm .

    Dividiert man die Geschosshöhe (H) durch die Steigungshöhe (s) ergibt sich die Anzahl der Steigungen (Stück).

    Da nur eine Anzahl ganzer Steigungen möglich sind, wird auf 16 Stück
    abgerundet ((H)275cm : (s)17,0cm = 16,179 Stück).

    Die genaue Steigungshöhe (s) ergibt sich, indem man die Geschosshöhe
    (H) durch die Anzahl der Steigungen dividiert. Sie beträgt 17,2cm.
    ((H)275cm : 16 Stück = 17,1875cm)

    Wird diese Steigungshöhe in die Schrittmaßregel eingesetzt,
    ergibt sich die Auftrittsbreite (a) bzw. Stufenbreite.
    Berechnung:
    (a)= 63,0cm – 2x 17,2cm = 28,6cm — kann gerundet werden 29,0cm

    Die Anzahl der Auftritte ist stets um eins kleiner als die Zahl der Steigungen. Somit sind im Treppengrund / Lauflinie in Grund (Lg)
    16 – 1 = 15 Auftritte / Stufen ((a)=29,0cm) abzutragen.

    Die Lauflinie (Lg) ist somit 15 x 29,0cm = 435,0cm lang
    (oder besser gesagt, die Treppe wäre im Grundriss 435,0cm lang)

    Über die Tangensfunktion lässt sich mit der Geschösshöhe (H) 275,0cm
    und der Lauflinie in Grund (Lg) 435,0cm der Neigungswinkel (Grad) aus-
    rechnen.
    Berechnung:
    tan(Grad)= 275,0cm : 435,0cm = 0,6321 -> inv tan 32,30Grad

    So das wars 🙂
    Gutes gelingen
    wünscht Manfred Ruecker
    (Zimmermann und Treppenbauer)