Niemand hat alle Schaftfräser für jedes erdenkliche Maß. Es kommt immer wieder vor, dass eine Nut breiter werden muss, als der Nutfräser dick ist.Am Frästisch bedeutet das: Der Anschlag muss nach hinten. Aber der Reihe nach und mit einem Beispiel: Gefräst werden soll eine 22 mm breite Nut längs in einem Brett. Zur Verfügung steht ein 16-mm-Nutfräser.Zeichnen Sie zur Verdeutlichung die 22 mm breite Nut einmal exakt aufs Stirnholz. Fräsen Sie dann in einem ersten Durchgang so, dass die hintere Flanke der Nut angelegt wird. Verschieben Sie dann den Anschlag genau 6 mm nach hinten und fräsen Sie erneut. Die Vorschubrichtung bleibt gleich, wie eigentlich immer am Frästisch von rechts nach links. Nur, wenn der Anschlag nach hinten wandert statt nach vorne, arbeiten Sie weiter sicher: Mit Ihrer Vorschubkraft setzen Sie dem Fräser etwas entgegen (Fräsen im Gegenlauf). Wenn der Anschlag stattdessen nach vorne gewandert wäre, würde der Fräser an der anderen Nutflanke angreifen. Beim dann entstehenden „Fräsen im Gleichlauf“ können die Schneiden Ihnen das Werkstück aus der Hand reißen – mit sehr unangenehmen Folgen.
Illustration: Willi Brokbals
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