Kinderbank aus Eiche

Auf der Suche nach einem originellen Taufgeschenk für mein Patenkind fiel mir eine Kinderbank ins Auge, die meine Opa unsprünglich mal für meine Mutter gebaut hat und die in der Familie schon viele Kinder erfreut hat und heute bei mir im Flur steht. Sowas wie diese Bank wollte ich bauen, was für eine Schnapsidee, da ich eigentlich eher mit glühendem Eisen unterwegs bin und nie sowas mit Holz gemacht habe. Mit einem befreundeten Schreiner, der schon lange nicht mehr in seinem Beruf gearbeitet hat, wurden beim Feierabendbier dann plötzlich konkrete Pläne geschmiedet. Thomas (der Schreiner) hatte Lust sich wieder an die erlenten Dinge zu erinnern und mir die Techniken zu zeigen. Schnell war klar, dass wir die relativ einfache Truenbank nicht nachbauen, sondern eine eigene Konstruktion wählen. Die Bank sollte aus massiver Eiche entstehen und ich wollte mit rohen Bohlen aus dem Sägewerk anfangen. Statt einer Truhe sollte die Bank zwei Handgezinkte Schubladen bekommen, die klassisch mit Lauf-, Streif- und Kippleiste geführt sind und eine zwischenschlagende Aufdopplung erhalten. Die Schubladen laufen auf Rahmen, die wie die Sitzfläche in die Seitenteile eingegratet wurden. Die Rückenlehne ist mit selbstgemachten Holzdübeln eingesetzt. Die Einzelteile der dreiteilige "Kassetten" Rückwand wurde aus Reststücken verleimt, in die Sitzfläche eingenutet und unten mit Messingschrauben fixiert. Abschließend wurde das ganze mit einem Kindespielzeugtauglichen Hartwach behandelt (leider gibts keine Foto nach dem Wachsen). Da das Projekt letztendlich sehr aufändig geworden ist, wars es leider nicht zur Taufe fertig. Das tat der Freude ein halbes Jahr später allerdings keinen Abbruch und es war sofort klar, dass Bücher in die Schubladen müssen und das eine "Lesebank" ist. Durchgeführt wurden die Arbeiten an den Stationärmaschinen in der offenen Holzwerkstatt in der Honigfabrik in Hamburg-Wilhelmsburg. Und ganz wichtig!! Ohne Thomas, den ich mit meine immer neuen aufwändigen Ideen zum Glück nicht ganz in den Wahnsinn getrieben habe, hätte ich das ganze nie geschafft!!! Danke!

Benötigte Zeit

230 Stunden

Verwendetes Werkzeug

  • Formatkreissäge
  • Abricht- und Dickenhobel
  • Tischfräse
  • Bandschleifer
  • Exzenterschleifer
  • Handoberfräse
  • Bohrmaschine
  • CNC-Fräse (die sechs Gradnuten in den Seitenteilen wurden auf einer CNC Fräse erstellt, die uns aufgrund eines glücklichen Zufalls zur Verfügung stand, so nicht geplant war aber einige Zeit gespart hat)

Verwendete Materialien

  • Eiche (Sägewerkware unbesäumt)
  • Buchensperrholz (Schubladenböden)
  • Messingschrauben
  • Holzleim

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
ab 65,00 
Mehr Erfahren

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Bisher noch keine Kommentare

Kommentar verfassen