Gartenhaus im asiatischen Teehaus Stil -Teil 1/12

Ein guter Freund hat mich gebeten, Ihm ein neues Gartenhaus zu entwerfen und zu bauen. Es sollte kein klassisches Gartenhaus sein, sondern seiner Gartengestaltung im asiatischen Stil entsprechend ein Gartenhaus im Teehausstil werden. Folgende Wünsche waren bei der Planung zu berücksichtigen: Das Haus sollte winddichte Wände erhalten. Der optische Eindruck eines typischen Teehauses, das in der Regel aus luftdurchlässigen Lamellenwänden besteht, sollte aber erhalten bleiben. Eine zweiteilige Schiebetüre und ein Pagodendach bestimmen das äußere Erscheinungsbild. Das Haus sollte soweit wie möglich vorgefertigt werden, sodass die Montage am Aufstellort sich überwiegend auf die Montage von Fertigelementen beschränkt. Die Aufbauzeit sollte damit auf ein Minimum reduziert werden. Nach dem Ermitteln der maximal nutzbaren Grundfläche wurde in SketchUp ein erster Entwurf gezeichnet. Dieses Programm ist sehr gut geeignet, um ein solches Objekt dem Auftraggeber visuell vorzustellen. Die kostenlose Testversion reicht für den Auftraggeber aus, die Planung am eigenen PC betrachten zu können. Dies hat den Vorteil, dass bereits im Vorfeld der eigentlichen Planung Unklarheiten beseitigt werden können und Änderungswünsche unmittelbar einfließen können. Durch das zur Verfügung stellen der Grundstücksabmessungen konnte das zukünftige Gartenhaus in den digitalen Garten eingezeichnet und als Ganzes betrachtet werden. Nachdem in SketchUp diverse Varianten von Details und Wünschen durchgespielt wurden, konnte die eigentliche Detailplanung beginnen. Mit dem CAD Programm TurboCad 18 wurde das Haus nun im Detail gezeichnet. Das Haus ist im Verhältnis 3:4 Breite/Länge konstruiert. Das Verhältnis bestimmt gleichzeitig auch die optische Aufteilung. Dieses Verhältnis setzt sich in der Anzahl der Verblendungen, Fenstern, Sparren und im Dachaufbau fort. Die Zeichnung ist in unterschiedlichen, den Bauelementen zugeordneten Farben gezeichnet. Das entspricht der Verwendung von sogenannten Layern. Dadurch ist es möglich, einzelne Farben (Layer) zu separieren und damit getrennt von der gesamten Zeichnung, zu ändern, zu drucken oder zu exportieren. Mit Hilfe dieser einzelnen Baugruppen wurde auch die Materialplanung durchgeführt. Die Maße der Bauteile richtete sich nach den verfügbaren Abmessungen der geplanten Materialien um möglichst wenig Verschnitt zu haben. Der Arbeitsaufwand für den Zuschnitt wurde so minimiert. Die Abmessungen des Hauses, die Abmessungen der Materialien und die zur Verfügung stehende Werkstatt bestimmten also die maximale Größe der zur Vorfertigung angedachten Bauteile. Aufgrund des knappen Platzangebotes in der Werkstatt wurden die Materialien jeweils passend für den jeweiligen Bauabschnitt gekauft. Details zur Planung: Die Abmessung der Grundfläche betragen 360cm x 270cm (ohne Dachüberstand). Die Raumhöhe bis unter den Ringbalken 200cm. Die Gesamthöhe bis First sollte 370cm nicht überschreiten. Daher wurde die Dachform entgegen der SketchUp Vorplanung geändert. Das Raster der Grundfläche beträgt 90cm. Daraus resultiert eine Türöffnung netto von 180cm. Die Größe der Fertigelemente beträgt 90x200cm und die Sparrenabständen 45cm. Zuerst werden die insgesamt 12 Wandelemente hergestellt. Drei Elemente für die Seiten, vier für die Rückwand und zwei für die Frontseite. Davon acht Eck-Elemente 810cm x 200cm, welche später an Eckpfosten von 9cm x 9cm montiert werden und vier Elemente 900cm x 200cm. Die Elemente bestehen aus Rahmen (Fichte/Tanne KVH 38mm x 58mm) und 15mm OSB-Platten. Da die ungehobelten Fichte/Tannen Hölzer nicht rechtwinklig sind, werden die Wandelemente mit einem Übermaß von 10mm montiert. Alle Wandelemente sind von der OSB-Seite her winklig besäumt. Da die Kreissäge nicht genügend Schnitttiefe hat, werden die fehlenden 10mm von der gegenüberliegenden Seite nachgeschnitten. Dieser Schnitt wird leicht nach Innen versetzt (siehe Blogbeitrag von Heiko Rech „ Wenn es mal wieder ganz Dick kommt“) Der erste Bauabschnitt ist hiermit abgeschlossen.

Benötigte Zeit

150 Stunden

Verwendetes Werkzeug

  • Tischkreissäge, Abricht- und Dickenhobel, Tischfräse, Bandsäge, Oberfräse, Handhobel, Stechbeitel, Tellerschleifer usw.

Verwendete Materialien

  • Siehe Materialliste im letzten Teil

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
ab 65,00 
Mehr Erfahren

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Bisher noch keine Kommentare

Kommentar verfassen