Dem Querholz auf die Sprünge helfen

Massivholz ist etwas Wunderbares und berührt die Sinne.

Mitunter sorgt es auch hier und da für leichten Bluthochdruck, wenn sich mal wieder gewisse Tücken zeigen.

Die Vorzüge von Langholz (hohe Festigkeit, geringe Dimensionsänderung bei Feuchtigkeitsänderung) und damit auch die Nachteile von Querholz (geringe Festigkeit, große Dimensionsänderung bei Feuchtigkeitsänderung) sind vielen von uns zwar bekannt,

werden in manchen Situationen jedoch leider übersehen.

Ein häufiger „Knackpunkt“ sind Auskufungen an Schränkchen, vornehmlich aus Nadelholz.

Für eine schlankere Optik, bessere Durchlüftung und geringere Kippelgefahr wird meist per Einsetzfräsen und einem großen Falzfräser ein Teil der Auflagefläche ausgefräst.

Der Faserverlauf ist dabei nun denkbar ungünstig:

Werkstück mit Querholz Die Fasern reihen sich nun zu Querholz aneinander und werden zur Sollbruchstelle.
Entlang der Faser gebrochenes Werkstück Eine kleine Berührung mit dem Hammer hat gereicht, um diesen Schaden zu verursachen.
mit Schraube repariertes Querholzstück Variante 1: Leim angeben, vorbohren und mit einer langen Schraube die Bauteile wieder verbinden.
Mit Dübel gestärktes Querholz Variante 2: Gleiches Spiel, nun mit Dübel.
Mit dem Hammer bearbeitete Kante Ein paar kräftige Schläge mit dem Hammer haben die Kante zwar beschädigt, das Bauteil ist jedoch nicht zerbrochen.

Wie immer gilt: Vorsorgen ist besser als Nachsorgen.

Grundsätzlich sollte so gestaltet werden, dass möglichst nie Last auf das Querholz wirkt. In diesem Fall sollte die Auskufung wesentlich geringer ausgefräst werden.

Dübel oder Schraube sollten vor der Nutzung des Möbels eingeschraubt/gebohrt werden, um eine anschließende Reparatur zu vermeiden. Ich bitte darum, die Kombination aus beiden Varianten zu vermeiden: Zuerst verschrauben und den Schraubenkopf mit einem Dübel verblenden. Auch wenn diese Verbindung zunächst praktisch erscheint, ist sie „nicht ehrlich“.

Sofern in Zukunft das Holz eingekürzt werden soll, trifft man mit dem Sägeblatt möglicherweise auf die Schraube.

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Kommentare

27.01.2023

Im Prinzip alles richtig. Leider nur wieder nur diese der Sache nicht entspechenden "Verniedlichungen"wie eine "kleine Berührung". Auch solch Holz bricht ohne Vorschaden nicht von alleine ab. Wer sowas macht, sollte wie du richtig sagst Dübeln. Ohne Schraube schon deshalb weils nicht viel mehr bringt. Das verbergen von Schrauben hingegen hat aber auch nichts mit "Ehrlichkeit" zu tuen! Es ist rein eine Sache der Ästhetik. Wer Schrauben nicht mag versteckt selbe. Man selber wird wohl wissen was wo drinnsteckt, beim Verkauf kann man es angeben und schlussendlich wollen wir doch mal diese dumme deutsche Versicherungs-Mentalität loswerden. Ja Stahl killt jedes Sägeblatt, ich habe mal eines geopfert beim Durchsägen ner Stehleiter weil ich zu doof war unter die untere Stufe zu schauen (da waren Metallwinkel dran) - und ich lebe noch heute. Ein gebranntes Kind kann ja auch mit einem Magneten prüfen ob wo was drin steckt- oder.

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