Blog Dominik Ricker

Exzenterschleifer Flex ORE 5-150 EC – Die Alternative zum Festool ETS EC?!

2.5 / 5. 86

Exzenterschleifer lassen auch raue Eiche zum Handschmeichler werden.
Seit 10 Jahren nutzte ich in meiner privaten Werkstatt den gleichen Exzenterschleifer – Hohe Bauart, kippeliges Handling und vor allem auf Schmalflächen kaum zu kontrollieren.
Zweimal musste er repariert werden, der Absaugschlauch passte nie so richtig und regelmäßig war ich wieder kurz davor, mein Sparschwein zu plündern und mir den Festool ETS EC zu leisten.
 Flach, kompakt, schwingungsarm und (im Gegensatz zum Konkurrenzprodukt von Mirka) mit Feststelltaste.
Mit 500-600€ allerdings auch kein Schnapper – darum siegte stets die Vernunft und der kleine Geldbeutel.
Als Alternative wurde mir dann der Flex ORE vorgeschlagen und bei einem aktuellen Marktpreis von 250-300€ war die finanzielle Hürde deutlich schneller überwunden.
 Flex ist den meisten von uns wohl nur als Deonym für Winkelschleifer bekannt, die Produktpalette umfasst mittlerweile aber sogar schon Oberfräsen.


Kompakt, ergonomisch und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis: Der Flex Ore 5/150 EC

Der Vorteil von kompakten Schleifgeräten

Mit 125mm Bauhöhe ist der Flex zwar 12mm höher als der Festool, jedoch immer noch sehr flach.
 In der Praxis fühlt sich das fast wie ein Schleifklotz an, da sich der Schleifer an Schmalflächen und Kanten sehr gefühlvoll einsetzen lässt.
 Der tiefe Schwerpunkt vermindert ein Kippeln und erlaubt, im Gegensatz zu den schweren Modellen mit Pistolengriff, eine einhändige Bearbeitung.
 Beim Schleifen von senkrechten Flächen und Arbeiten über Kopf kann man so immer wieder mal den Arm wechseln. 
Das Gewicht liegt mit 1.4kg ca. 200g über dem Festool ETS EC, aber immer noch deutlich unter meinem alten Exzenterschleifer mit über 2kg.
 Wer nur waagerechte Flächen bearbeitet, muss dieses Kriterium nicht sonderlich hoch bewerten. 
Den ersten Kontakt mit dem Festool ETS EC hatte ich übrigens damals bei einem Projekt, welches eine sehr geringe Bauhöhe verlangt hat:
 Das Abschleifen einer offenen Treppe (eine Treppe ohne Setzstufen).
190mm beträgt üblicherweise die Höhe einer Treppenstufe, 40-50mm ihre Materialstärke. Da wird die Auswahl an Schleifgeräten übersichtlich…
Aber auch dieser Punkt dürfte in den meisten Hobbywerkstätten kaum eine Rolle spielen.


125mm flach: Das sorgt nicht nur für einen flachen Schwerpunkt und ein gutes Schleifgefühl, sondern ermöglicht auch das Schleifen in Zwischenräumen von Treppen und Regalen.

Ergonomie

Warum ich zu Beginn den Feststellknopf erwähnte? Mirka Deros und bauähnliche Exzenterschleifer werden über einen Taster bedient.
 Legt man die Hand auf, drückt man den Taster und das Gerät wird gestartet, nimmt man die Hand vom Gerät wird es gestoppt.
 Was in der Theorie gut klingt und sicherlich auch vielen zusagt, war für mich nach stundenlangem Schleifen bei größeren Projekten unangenehm.
 Der Schleifer kann nur in einer Position gegriffen werden, was zumindest bei mir und einigen Kollegen des öfteren zu Krämpfen geführt hat.
Bei meiner Recherche habe ich im Internet allerdings keine Bestätigung für diese Kritik finden können. 
Eventuell handelt es sich dabei also eher um ein individuelles Problem und dürfte bei eher kurzen Schleifprozessen auch nicht sonderlich auffallen.


Gummierter Griff und der mit dem Zeigefinger gut erreichbare Schalter geben Pluspunkte bei der Ergonomie.

Hubzahl und Absaugung

Im Gegensatz zum bereits erwähnten Winkelschleifer rotiert der Exzenterschleifer exzentrisch. 
Die Hubzahl beträgt beim Flex ORE 5-150 EC dem Produktnamen entsprechend 5mm.
Bei der Holzbearbeitung sind 3 und 5mm Hub die gängigsten Auswahlmöglichkeiten.
Je geringer der Hub, desto feiner ist das Schleifbild, gleichzeitig verringert sich jedoch auch der Abtrag.
Lackschliff erfordert daher einen geringen Hub (weniger als 3mm), bei der Entfernung von alten Lackresten bei der Treppensanierung gerne mehr als 5mm Hub.
 Für die Bearbeitung von Massivholz werden meist 5mm Hub bevorzugt, Hobel – und Kreissägespuren lassen sich damit gut entfernen. 
Beim Furnierschliff sollte man dann allerdings schon ein wenig vorsichtiger sein, vor allem an Kanten und Ecken wird es sonst schnell ärgerlich.
Die Abtragsmenge lässt sich dann auch über das Schleifpapier steuern. Dank einem Multi-Lochraster beim Flex können hier verschiedene Hersteller verwendet werden. Ich hatte bislang das Festool Granat in Verwendung, welches gut abgesaugt wurde. 
Im Lieferumfang liegt eine Staubpatrone bei, welche statt einem Absaugschlauch verwendet werden kann.
Grundsätzlich sollte das wenn überhaupt jedoch nur im Außenbereich Anwendung finden. Beim ersten Einsatz wurde KVH mit 80er Korn geschliffen, die Patrone war bereits nach wenigen Minuten dicht, das Schleifblatt setzte sich zu und die Abtragleistung verschlechterte sich.
 Der 27mm Anschluss erlaubt passende Absaugschläuche und sollte auch genutzt werden.
 Auch wenn die beigelegten Patronen nett gemeint sind, wirklich praxistauglich sind sie nie.


Das Multilochraster erlaubt viele gängige Schleifgitter/Schleifpapier.

27mm Absaugschläuche können sicher übergestülpt werden. Die mitgelieferte Staubpatrone sollte besser im Regal verstauben.

Fazit

Auch wenn mich der Flex Exzenterschleifer bislang in seiner Handhabung überzeugt, kann ich eine Empfehlung nur unter Vorbehalt äußern.
 Was Geräte von Festool (neben einer hohen Fertigungstiefe in Deutschland) so teuer macht, ist der Service. 
Dieser Punkt kann vorab leider nie bewertet werden und meist zeigt sich hier, ob man nicht doch am welchen Ende gespart hat.
 Flex bietet hier nach Registrierung nicht unübliche, aber dennoch löbliche drei Jahre Garantie.
 Während Festool mindestens für 10 Jahre Ersatzteile garantiert, finde ich bei Flex diesbezüglich keine Auskunft.
Zum weiteren Support bei Fragen und Dauer bei Reparaturabwicklungen kann ich ebenfalls nichts sagen.
Idealerweise muss ich diese Erfahrung auch nicht machen. Im Hobbybereich ist die Beanspruchung der Maschinen aber auch nicht mit dem professionellen Einsatz von mehreren Stunden täglich, fünf Tage die Woche zu vergleichen. 
Auch umgehender Ersatz und Diebstahlversicherung sind in der heimischen Werkstatt ebenfalls nicht ganz so relevant.
Es gibt bereits für 100€ brauchbare Schleifgeräte, mit denen sich gute Oberflächen auf Massivholz herstellen lassen.
 Das Schleifbild ist dabei in der Regel ausreichend, wer ab und an nicht länger als eine Stunde schleift, wird auch keine Probleme mit erhöhten Vibrationen und krampfenden Händen haben.
 Auch die von mir bislang gelobte Ergonomie ist dann zu vernachlässigen. 
Wer ein wenig mehr Spaß und Komfort beim Schleifen haben möchte, findet mit dem Flex einen Exzenterschleifer mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis. 
Da es kein Gerät gibt, welches so lange benutzt wird, wie der Schleifer, ist für mich eine gute Ergonomie ein Hauptkriterium.
Wie im Vergleich mit dem Mirka zu erkennen, ist diese allerdings nicht universell übertragbar.
Ein wenig Handauflegen vor dem Kauf, sei es beim örtlichen Handel oder der bevorstehenden Holzwerken-Live, ist daher sehr zu empfehlen.

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Kommentare

5 Kommentare

  1. Hallo Dominik,
    rein zufällig stelle ich mir nämlich auch seit Wochen die Frage: „Flex ORE 5-150 EC – Die Alternative zum Festool ETS EC?!“ Der Artikel liefert hierzu definitiv keine klare Antwort, wenig Fakten und überhaupt keinen ernsthaften Verlgeich. Ganz im Gegenteil scheint Letzteres garnicht gewollt zu sein, sondern nur in der Überschrift suggeriert zu werden. Die Fragestellung richtet sich wohl in erster Linie an ambitionierte Heimwerker und Handwerker, trotzdem wird ein Großteil des Artikels für grundlegendes „Exzenterschleiferwissen“ geopfert und ist damit für Einsteiger interessant, die sich aber wiederum für einen Vergleich der genannten Geräte wohl wenig interessieren. Es gibt keine nachvollziehbaren Vergleiche z. B.der Schleifergebnisse oder der Qualität der Bauteile usw.

  2. Das Fazit beginnt wiederum mit dem Thema Service im Schadensfall der nicht getestet wurde. Ein Premiumhersteller – für Profis – bietet i. d. R. wohl immer einen besseren Service als man diesen bei einem „Mainstreamgerät“ geboten bekommen wird. Genau das sollte bei einem derartigen Preisunterschied aber nicht direkt als Erstes im Fazit erwähnt werden – wenn überhaupt. Danach wird ja sogar direkt von dir relativiert, weil es für den gedachten Anwender eben nicht die Brisanz haben dürfte. Dass es auch für 100€ brauchbare Geräte gibt interessiert hier im Kontext nicht. Mirka auch nicht. Konkret gibt es im Fazit dann einen rudimentären Satz zum Flex..

  3. Christoph S.

    uff – als ich die beiden Kommentare von Erik R. las, wurde ich dann doch angeregt, meine Senf dazuzugeben. ..
    Obwohl ich den Artikel mehrfach gelesen haben, konnte ich weder in der Artikelüberschrift – noch im Text einen Hinweis auf einen (Vergleichs)Test finden – sondern habe das Frage-/ Ausrufezeichen und den Artikel als persönlichen Erfahrungsbericht seitens Dominik verstanden. Welche Kriterien wirklich eine praktische Relevanz haben und worauf ein netter Leser vor dem Kauf achten sollte ist aus meiner Sicht einen Blog wert, da man zu Geräten häufig nur (Verkaufs)Videos findet, welche oberflächlich technische Daten abspulen, aber keine Praxisrelevanz haben.

  4. Christoph S.

    Auch der Hinweis zum Service nach dem Kauf erklärt die teilweise hohen Preisunterschiede und ist hilfreich – für denjenigen – der Wert darauf legt bzw. diesen benötigt. Alles in allem ein guter Artikel und abseits von MHM ;).
    Erik, eventuell sind für Deine Suche andere Übersichten – wie z.B. von Vergleich.org https://tinyurl.com/5827adza – besser geeignet, eine Entscheidung zu treffen. Für mich persönlich waren sie bisher nutzlos.

  5. Christian Filies

    Moin. Das liegt in der Natur dieses Blogs. Er ist (wie viele Blogs) eine persönliche Sicht auf die Dinge, keine „unabhängige Testreihe“. So, als ob man mit einem Bekannten über ein Werkzeug spricht. Viele Grüße, Christian von HolzWerken