Zuletzt hatte ich im Blog die norwegischen Fähigkeiten zur Verbesserung von Nadelhölzern gezeigt.
Um unser kleines Gartenhäuschen fit für den Winter zu machen, musste die freigelegte Fassade behandelt werden.
Auch wenn mich das ebenfalls in Skandinavien und auch Japan bekannte Abflämmen gereizt hätte, war mir das Risiko bei einer bestehenden Fassade zu groß.
Daher ergab sich nach vielen Jahren im Werkzeugschrank nun die Möglichkeit für das teuer bezahlte Kiefernholzteer zum Einsatz zu kommen.

Vorweg möchte ich dringend darauf hinweisen, dass die Empfehlung zur ausschließlichen Nutzung im Außenbereich berechtigt ist. Ich hatte vor einigen Jahren ein sehr kleines Stück Holz zum testen damit eingerieben.
Als ich nach dem Wochenende zurück in die Tischlerei kam, irrten Altgeselle und Meister bereits ganz aufgeregt durch die Werkstatt und suchten nach einem Schwelbrand.
Lange Rede, kurzer Sinn: Dieses Produkt füllt auch eine 220 m2 Halle mit seinem intensiven Geruch. Die Verpackung habe ich daher immer mit zusätzlichem Klebeband abgedichtet. Nur das Verschließen des Deckels reicht nicht. Im Außenbereich ist der Geruch angenehm süßlich und wenig aufdringlich.

Die hohe Viskosität macht den Anstrich sehr mühsam bis gar unmöglich.
Ich verdünne daher immer 1:1 mit Leinölfirnis, welches sich sehr gut mit dem Teer verbindet.
So ließ sich mit dem zwei Liter-Gemisch eine Fläche von ca. 20m2 streichen.
Die auf der Verpackung angegeben 30ml pro m2 funktionieren möglicherweise auf Plattenwerkstoffen mit Grundierfolie, bei Außenfassaden (selbst bei dieser Gehobelten) habe ich da meine Bedenken.

Auch wenn es sich um ein Naturprodukt handelt und ich keine eindeutigen Quellen gefunden habe, sollte dieses Produkt nicht ins Grundwasser gelangen.
Buchenholzteer eignet sich ebenfalls gut für diese Aufgabe und ist laut meiner Recherche in der Anschaffung auch wesentlich günstiger.
Geheimtipp: Jäger nutzen ihn um Wildschweine anzulocken, daher finden sich bei Händlern dieser Sparte besonders günstige Angebote.
Wenn wir schon bei Tipps sind: Im Museumsdorf Düppel in Berlin kann man wieder ab nächsten Frühling das altertümliche Herstellen von Holzkohle, Teer und Pech ansehen.
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2 Kommentare
Es würde mich sehr interessieren, wie das Holz jetzt nach 5 Jahren aussieht und ob schon ein weiterer Anstrich nötig war. Ich habe im Außenbereich schon viel mit Leinöl, auch in Kombination mit anderen Zuschlagstoffen wie z.B. Bienenwachs, experimentiert. Der Erfolg war eher mäßig. An manchen Stellen, die intensive Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren, musste ich schon nach 1 Jahr erneut nachstreichen. Und das war ca. 25 Jahre altes, gut ausgetrocknetes aufgearbeitetes (Nadel)Holz, welches das Öl ausgezeichnet aufgesaugt hat. Die spaltfüllende Wirkung meines Holzöls oder Holzwaches war schon nach 1 Sommer praktisch dahin und es war deutlich ausgewaschen. Auch neu gebauten Möbeln aus französischer Edelkastanie, die ja sehr gut für den Außenbereich geeignet ist, war es nach 2 Jahren so.
Ich habe auf Anbieterseiten (https://schwedischer-farbenhandel.de/Infos-Tipps/Produktinformationen-Aussenfarben) von Nadelholzteer diese Aussagen gefunden:
„Nadelholzteer wird aus verkoksten Kiefernstümpfen gewonnen, mit Leinöl und Balsamterpentin werden diese Elemente gelöst und streichfähig gemacht. In dieser Kombination hat man seinerzeit einen Holzschutz gefunden, der dem Holz durch UV-Einfluss verloren gegangene Inhaltsstoffe zurück gibt/gab und gleichzeitig einen Schutz für 5-20 Jahre liefert. Anfänglich sind die Streichintervalle etwas kürzer: Auf neuem Holz sind es zu Beginn 3 Anstriche in den ersten 2 Jahren.“ „Ist der Geruch quasi weg, wird es Zeit, einen neuen Auffrischungsanstrich vorzunehmen.“ Das relativiert die „Wunderwirkung“ aus manchen Youtube Beiträgen schon sehr.
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