Anreißmesser sind Bleistiften, selbst den feinsten, deutlich überlegen. Ihr Riss ist viel feiner als ein Strich und er lässt sich auch von etwas härteren Jahrringen nicht aus der Richtung bringen. Am wichtigsten: Der Riss eines Anreißmessers kann auch gleich der Säge oder dem Stechbeitel den Weg weisen.
Ganz ohne Fallstricke ist die Verwendung eines solchen kleinen Messers leider nicht. Denn wie so ziemlich jedes schneidende Werkzeug hat auch ein Anreißmesser eine Fase. Wenn diese Fase auf der Seite des Lineals (oder des Holzes, beim Übertragen von Zinkenformen) anliegt und das Messer dabei wie gewohnt senkrecht gehalten wird, dann passiert es: Der Riss hat einen kleinen, aber entscheidenden Versatz. Addiert bei vielen Zinken kann sich das verheerend auswirken, nichts passt mehr. Verwenden Sie daher am besten Messer mit nur einer Fase, so dass Sie dessen „Spiegelseite“ völlig flach an der Bezugsfläche vorbeiziehen können.
Illustration: Willi Brokbals
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