V-Nut kaschiert Flächenversatz

Wenn Du einen Fehler nicht verschwinden lassen kannst, so betone ihn. Dieser Leitsatz ist in vielen Werkstattlagen Gold wert: Kittstellen sollten zum Beispiel stets deutlich dunkler sein als das umgebende Holz (und niemals heller).

Zwischen zwei rechtwinklig aneinander stoßenden Holzteilen (etwa bei den Riegeln einer Rahmentür) kann sich beim Verbinden schon mal ein kleiner Flächenversatz einschleichen. Und selbst wenn es zunächst perfekt passt: Zwei Holzteile quellen und schwinden selten exakt gleich und ­daher stellt sich mit der Zeit früher oder später fast immer ein Versatz ein. Den kann man nicht immer sehen, aber fühlen. Erfahrene Holzwerker kaschieren diese Übergänge, indem sie die beiden Holzteile in der obersten Schicht nicht an­einander stoßen lassen. V-Nut ist hier das Stichwort. Sie un­terbricht den direkten Kontakt, so dass ein kleiner Versatz nicht fühl- und sichtbar ist.
Der direkte Weg zur V-Nut ist, beide Bauteile vor dem Verleimen mit einer gleich großen 45°-Fase zu versehen, per Fräser, (hartem) Schleifklotz oder Hobel. Der Nachteil: Tritt beim Verleimen Leim aus, ist die Fuge nur schwer wieder zu reinigen.
Daher ist das nachträgliche Einfräsen der V-Nut oft der bessere Weg. Am besten dafür geeignet ist eine handliche Kantenfräse mit Anschlag – und natürlich einem V-Nut-Fräser. Der wird auf zwei Millimeter Tiefe eingestellt. Oft erfordert es bei einem Projekt nur wenige Minuten, alle Brüstungsbereiche, wo zwei Bauteile quer aneinanderstoßen, so mit einer V-Nut zu versehen.
Und weil der Bauteil-Versatz so nicht mehr sicht- und spürbar ist, machen Ihre Möbel einen sehr professionellen Eindruck.

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