Rahmen leimen mit nur einer Zwinge – Es geht!

Die Gehrungen von Bilderrahmen genau auf 45 Grad zu sägen, ist schon eine Kunst für sich. Hat man diese Hürde dann endlich genommen, offenbart sich spätestens beim Verleimen ein neues Problem. Wie soll man nur diese Gehrungen präzise zusammenspannen?

Mit handelsüblichen Gehrungsklammern und Zwingen kommen Sie hier nur mühsam zum Ziel, deshalb gibt es im Handel auch spezielle Spannvorrichtungen zum Verleimen von Bilderrahmen. Alle haben aber eines gemeinsam: Sie sind mit Preisen ab 30 Euro recht teuer! Viel preiswerter ist unsere Vorrichtung aus 21 mm dickem Multiplex, die mit höchstens zehn Euro zu Buche schlägt.

Die Arme müssen 
locker schwingen

Kleine Helfer günstig gebaut

Alles, was Sie für die beiden Spannelemente brauchen, sind vier Spannarme (50 x 21 mm / 800 mm lang), dann zwei kurze Verbindungsarme (50 x 21 mm / 130 mm lang) und vier Spannklötze (70 x 21 mm / 80 mm lang). Verbunden werden die Teile mittels M8 x 60 mm-Schlossschrauben, Unterlegscheiben und Muttern beziehungsweise Flügelmuttern. Alle Bohrungen haben 8 mm Durchmesser und beginnen immer 25 mm vom Leistenende.

Die Herstellung ist denkbar einfach. In die Spannarme wird genau mittig im Raster von 30 mm mit einem 8-mm-Bohrer je eine Lochreihe gebohrt. Damit man immer zwei Spannarme miteinander verbinden kann, stellen Sie zwei weitere kurze Verbindungsarme her. Die Spannarme müssen am Verbindungsarm beweglich bleiben und haben dort auch ihre feste Position, deshalb können sie einfach mit Schlossschrauben und Muttern (samt Kontermuttern) so befestigt werden, dass man sie noch leicht bewegen kann.

Nachdem Sie dann aus den vier Spannklötzen an der Schmalkante eine 90 Grad Ecke ausgesägt und ebenfalls mit einer 8 mm Bohrung versehen haben, können Sie auch schon den ersten Bilderrahmen verleimen. Dazu müssen Sie nur noch die Spannklötze in den passenden Löchern der Spannarme mit einer Schlossschraube befestigen. Achten Sie aber darauf, dass sich die Klötze noch leicht drehen lassen, die Flügelmutter darf nicht zu fest angezogen werden! Legen Sie dann etwas Papier in die Ecken der Spannklötze und geben Sie immer an beide Gehrungsflächen der Rahmen ausreichend Leim. Legen Sie eine Rahmenleiste nach der anderen in den Spanner ein und ziehen Sie anschließend beide Spannelemente mit einer Zwinge zusammen. Dabei bewegen sich sowohl die Spann­arme als auch die Spannklötze und zentrieren den Rahmen fast automatisch. Damit ist ein gleichmäßiger Pressdruck auf alle vier Ecken garantiert.

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In jeder Ausgabe veröffentlich die Zeitschrift HolzWerken Tipps und Tricks zu allen Themen rund um das Arbeiten mit Holz. Die besten Beiträge dieser äußerst beliebten Rubrik hat die Redaktion für diese Buchausgabe aus den ersten 47 Ausgaben ausgewählt.
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Kommentare

17.01.2016

Ich habe mir diesen Spannrahmen nachgebaut, super! Als Schutz vor austretendem Leim die Spannarme und die Eckklötze am besten mit einer Lage Paketband schützen.

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