So verneigt sich Ihre Oberfräse

Die beiden Führungsstangen für den Parallelanschlag einer Oberfräse messen im Durchmesser bei allen uns bekannten Fabrikaten acht oder zehn Millimeter. Und: Sie sind, egal von welchem Hersteller, für viele Anwendungen zu kurz.

Es lohnt sich für das Anfertigen großer Kreise, für Fräsungen mitten in einer großen Fläche und für Spezialfälle, lange Führungsstangen parat zu haben. Einige Hersteller wie zum Beispiel Bosch bieten extra lange Stangen direkt als Zubehör an. Jedes Paar Stahlstangen vom Schlosser, im richtigen Durchmesser und gerade, tut es aber auch.
Eine interessante Anwendung für lange Führungsstangen ist das Fräsen von Nuten, die nicht gerade, sondern schräg ins Werkstück kommen. Eine Neigung von 1° bis etwa 20° ist machbar.
Dazu werden die Führungsstangen so in die Oberfräse gesteckt, dass sie auf beiden Seiten herausragen. Auf der einen Seite wird ganz normal der Parallelanschlag aufgeschoben. Für die andere Seite fertigen Sie sich einen Hartholzklotz, der im Abstand der beiden Führungsstangen zweimal mit dem Durchmesser der Stangen durchbohrt wird. Er wird auf der anderen Seite auf das Paar aufgeschoben und mit einer Schraube fixiert, die in eines der beiden Löcher weist.
Dieser Klotz ist nach unten fünf Millimeter tiefer als die Unterkante der Oberfräse. Durch das Verschieben des Klotzes hin zur oder fort von der Maschine neigt sich diese mehr oder weniger. Sie sollte aber jederzeit mit einer Kante "Bodenberührung" haben. Sehr zu empfehlen ist eine elektronische Winkelbox zur Kontrolle. Jetzt können Sie ganz normal eintauchen oder von der Kante aus losfräsen.
Je größer die Neigung, desto mehr Arbeitshöhe des Fräsers geht natürlich verloren. Klar ist auch: Der Hilfsklotz darf nicht so weit von der Oberfräsenbasis entfernt sein, dass sich die Stangen durchbiegen. Statt ihn bei flachen Winkeln sehr weit zu schieben, sollte der Überstand unten etwas reduziert werden.

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Kommentare

21.06.2020

Hallo Vielen Dank für diese gute Idee Habe ausgehend davon für die Festo OF 1400 eine stufenlos verstellbare Kippvorrichtung aus Stahlrundlingen 30 mm mit geriebenen Führungen (8 mm) gefertigt mit der ich in einem Rutsch die 'Kerben' für die Sparren eines Daches fräsen konnte. Der ganze Apparat gleitet zwischen 2 Festo Führungsschienen. Ein paar Dinge gibt es zu beachten: Die Fräser werden dann bei größeren Winkeln zu kurz - die Fräserschäfte kürzer in die Spannzange einzuspannen ist keine seriöse Lösung - hier kann es zu Unwuchten und Lockerung kommen. Es gibt aber Langschaftfräser und Fräserverlängerungen. Grundsätzlich eher weniger Material abnehmen und in mehreren Schritten fräsen. Hätte gerne ein Foto eingestellt - finde aber hierzu keine Möglichkeit. ME wird der Einsatzbere.ich einer Oberfräse hierdurch deutlich erweitert

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