Gespalten, nicht geschnitten

Ein Sägeblatt schneidet geradeaus, das ist seine wichtigste Eigenschaft. Es nimmt dabei auf die Fasern des Holzes keine Rücksicht: Sie werden durchtrennt. Wie diese Schnittstellen dann auf einer geraden Fläche am Werkstück auftauchen, ist wichtig für die weitere Arbeit. Wer etwa "gegen die Faser" hobelt, kann fast sicher mit Ausbrüchen rechnen.

Ansonsten ist es für die meisten Verwendungszwecke egal, dass die Faserbündel von einer Säge angeschnitten sind. Es gibt jedoch einige wichtige Fälle, in denen es besser ist, gespaltenes Holz einzusetzen. Beim Spalten zerteilt die Axt das Holz meistens "zwischen" den Fasern, so dass diese auf ganzer Länge intakt bleiben. Die Oberfläche liegt fast immer parallel zur Faser.
Vorteil Nr. 1: Wenn keine angeschnittenen Faserköpfe freiliegen, dringt weniger Wasser ins Holz. Das ist der Grund, warum hölzerne Dachschindeln nicht geschnitten, sondern gespalten werden. Das Wasser fließt an den intakten Fasern entlang, statt in sie einzudringen.
Vorteil Nr. 2 ist die größere Belastbarkeit von gespaltenem Holz. Denn es liegt auf der Hand: Ist das Werkstück längs von unbeschädigten Fasern durchzogen, ist es stabiler. Bogenbauer achten darauf, dass bei der Feinbearbeitung mit dem Schabhobel keine durchlaufende Faser verletzt wird. Passiert es doch, kann der außen stark auf Zug belastete Bogen brechen. Axtstiele und Leitersprossen sollten ebenfalls aus gespaltenem Holz bestehen. Sind sie es nicht, können sie längst nicht so stark belastet werden. Es lohnt sich also, auf intakte Fasern zu achten.

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