Wäschetruhe

Oft beginnen Heimwerkerprojekte bei uns mit dem Satz: Liebling ich habe eine Idee! In diesem Fall gab es keinen Ersatz für zwei verschlissene Wäschetruhen. Unser Bad ist zu lang und zu schmal für Käufliches. Also war selber machen angesagt. Die konkreten Maße kann jeder selbst anpassen. Hier waren die Außenmaße ca. 90 cm breit x 38 cm tief und 63 cm hoch. Grundlage als Bodenplatte war eine vorhandene Tischlerplatte, die auf die genannten Maße zugesägt wurde. Dabei sind an der Tiefe 18 mm und den Seiten zweimal 18 mm für die Wandstärke abzurechnen. Die beiden vorderen Ecken sind abgeschrägt, damit es nicht so nach "Kiste" aussieht.. Dann ist zuerst die hinten liegende Seite für die Aufnahme der Sperrholzrückwand (hier 6 mm) einzufräsen. Diese Rückwand steht an jeder Seite 5 mm über und wird später mit einem Leimholzreststück als Leiste versteift. Diese und die folgenden Fräsarbeiten erfordern einen Frästisch. Die ersten beiden Seitenwände (alle aus 18 mm starkem Leimholz), Höhe ca. 61 cm, sind auf einer Seite einzufräsen für die Verzahnung mit der Rückwand und auf der anderen Seite auf 22,5° abzuschrägen. Die weiteren Seitenwände werden auf beiden Seiten 22,5° abgeschrägt. Die Seitenwände werden mit Flachdübeln o. ä. an die Bodenplatte mittels Holzleim geklebt. Die Vorderseite muss eventuell aus zwei Teilen zusammengefügt werden (überlappende Verzahnung). Der Deckel, etwas überstehend, ist ebenfalls aus Leimholz und mit Scharnieren befestigt. Für die Sichtflächen ist astfrei schöner. Hinweise für die Herstellung der Seitenwände: - Je nach Geschmack massiv oder - wie im Bild mit Zieröffnungen. Für deren Herstellung benötigt man zuerst eine Lochkreissäge, Tischbohrmaschine / Bohrmaschine im Bohrständer und eine Stichsäge. Anzeichnen, bohren und aussägen. Danach Ungenauigkeiten wegschleifen von Hand oder mittels Schleifzylinder. - Für die 22,5° Schrägen bieten sich folgende Verfahren an: Sägen mittels Tisch- / Handkreissäge und stumpf / mit Flachdübeln verleimen oder: - Es gibt eine aus zwei Fräsern bestehenden Fräsersatz dafür, der aber unbedingt (!) auf einem Frästisch zu verwenden ist. Da ich diesen Fräsersatz hatte, habe ich ihn auch zum ersten Mal richtig benutzt. Das gab richtig viele Späne. Nach mindestens zweimal fräsen ist der Frästisch dann von den Spänen zu säubern, sonst erstickt man darin. Zur Verleimung sind ausreichend große Zwingen bereit zu halten. Für die erste Fixierung, wenn man allein arbeitet, sind Einhandzwingen die erste Wahl. Ihre weicheren Auflageflächen sparen die Benutzung von Zulagen, ohne Entstehung von Dellen. Nach dem Schleifen ist einmal komplett weiß zu lackieren. Erst noch Zwischenschliff und dann kommt Farbe ins Spiel, je nach Geschmack. Der Innenstoff wird angetackert und zum Schluss der Deckel befestigt. Hier schließt sich der Kreis. Stoff und Farbe war der Beitrag meiner Frau, d.h. die Wäschekiste eine Gemeinschaftsarbeit. Meine Materialliste: Tischlerplatte, Leimholz, Sperrholz, zwei Scharniere, Leim und ein paar Schrauben. Meine Werkzeugliste: Tischkreissäge, Frästisch, Bohrmaschine im Ständer, Lochkreissäge, Stichsäge, Fräser, Schleifzylinder, Tacker, Lamellodübelfräse, Schleifklotz, Zwingen, Gliedermaßstab, Bleistift und Schraubendreher.

Benötigte Zeit

0 Stunden

Verwendetes Werkzeug

Verwendete Materialien

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