Landhausküche

Im Rahmen der Renovierung unserer 20er Jahre Altbauwohnung haben wir versucht wieder eine möglichst gemütliche und wohnliche Atmosphäre zu schaffen, die zum Alter des Hauses passt. Zunächst wurden die unter mehreren Lagen PVC, Teppich, Farbe und Ausgleichsmasse versteckten Dielen wieder freigelegt, geschliffen und geölt. Die Küchenzeile sollte möglichst viele der technischen Geräte hinter Holzfronten verstecken. Zusätzlich findet in der Küche auch wieder ein nostalgischer Holzofen Verwendung. Die Küchenzeile wurde aus massivem Fichtenholz hergestellt. Die Korpen der Unterschränke wurden aus 28 mm Leimholz und die Hängeschränke aus 22 mm Leimholz gebaut. Die Arbeitsplatte ist massive Buche. Die unteren Schubladen sind aus 16 mm Multiplex und laufen auf Vollauszügen. Die oberen Schubladen haben Schwalbenschwanzverbindungen die auf einem Zinkenfräsgerät entstanden sind. Für die Fronten habe ich möglichst astfreie Fichte verwendet. Die Rahmen entstanden aus Massivholz-Bohlen aus dem Sägewerk, da ich hierfür kein Leimholz verwenden wollte. Sie sind auf 20 mm gehobelt und die Konterprofile wurden auf einem Frästisch hergestellt. Das Oberflächen Finish entstand aufgrund der vielen Fräsungen und Kanten überwiegend im Handschliff. Hier hat meine Freundin mir tatkräftig über viele Stunden mit Schleifklotz und Papier zur Seite gestanden. Anschließend wurde die Küche mit einem weiß pigmentierten Öl behandelt, damit sie sich vom ebenfalls geölten Boden etwas absetzen kann. Besonderheiten sind für mich die vielen kleinen gezinkten Schubladen und ein vor der Dunstabzugshaube integriertes Gewürzregal. Besondere Schwierigkeiten ergaben sich vor allem durch den begrenzten Platz in meiner kleinen Hobby-Werkstatt. Der große Schrank konnte zum Beispiel erst an Ort und Stelle zusammengebaut werden. Eine weitere Schwierigkeit war die deutlich unterschätzte Bauzeit. Aufgrund nur geringer Vorerfahrung bin ich etwas naiv in das Projekt gestolpert. Frei nach dem Motto: "Machen wir mal eben". Für den Bau haben wir ca. 3 Monate benötigt. Da wir zu dieser Zeit schon in der Wohnung gewohnt haben mussten wir im Bad spülen und im Wohnzimmer kochen (Campingkocher). Einige Werkzeuge haben auch erst im Rahmen des Projekts den Weg in meine Werkstatt gefunden (zum Beispiel die Hobelmaschine). Verwendetes Werkzeug: Oberfräse, Handkreissäge, Frästisch, Zinkenfräsgerät, Tischkreissäge, Hobelmaschine, Standbohrmaschine, Lamellofräse, Akkuschrauber, Excenterschleifer, Japansäge, Stemmeisen, Diverse Schleifklötze und angefertigte Schleifhilfen.

Benötigte Zeit

0 Stunden

Verwendetes Werkzeug

Verwendete Materialien

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
ab 65,00 
Mehr Erfahren

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Bisher noch keine Kommentare

Kommentar verfassen