Mein persönlicher Messebericht

Alle zwei Jahre wird Nürnberg zum Anziehungspunkt für alle, die gerne mit Holz arbeiten. Dabei spielt es inzwischen kaum noch eine Rolle, ob man professioneller Tischler ist, oder das HolzWerken als Hobby betreibt. Für jeden wird etwas geboten. Nach der Messe gibt es allerorts im Internet Messeberichte, wo man die Neuheiten bestaunen kann. Was meiner Meinung nach immer ein wenig zu kurz kommt sind die kleinen Dinge, abseits der neuen Maschinen und Werkzeuge. Das finde ich schade und daher widme ich meinen kleinen Messebericht eher den Menschen und den Dingen zum Schmunzeln, die es auch auf der Messe gibt.

Es ist es inzwischen als Selbstverständlich anzusehen, dass auch die Zeitschrift HolzWerken mit einem Stand auf der Messe vertreten ist. Und das nicht nur mit gedrucktem Anschauungsmaterial. Als Besucher bekamen Sie am Stand auch was geboten. Melanie Kirchlechner, Marc Koch ich selbst traten in Aktion. Für mich war diese Messe das zweite Mal, dass ich aktiv am Stand tätig war. Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie viele Leser dort auf einen zukommen und sich einfach nur bedanken, Fragen zu stellen und auch Anregungen zu Themen für Artikel zu geben. Das freut mich als Autor natürlich sehr, da man sonst je eher selten direkte Rückmeldungen bekommt. Daher ist die Messe auch der ideale Ort um sich einmal im persönlichen Gespräch auszutauschen.

Melanie Kirchlechner informierte zum Thema Beizen

Melanie Kirchlechner informierte zum Thema Beizen

Marc Koch zeigte das Zinken von Hand

Marc Koch zeigte das Zinken von Hand

Ich selbst zeigte einfache Hilfsmittel zum Spannen auf der Werkbank.

Ich selbst zeigte einfache Hilfsmittel zum Spannen auf der Werkbank.

Ich war drei Tage auf der Messe, aber nicht durchgehend am HolzWerken-Stand. Es blieb mir also auch Zeit für einen Messerundgang und Gespräche mit Ausstellern. Bei einem solchen Messerundgang entdeckt man immer auch Dinge zum Schmunzeln. Irgendwie muss man ja den Besucherstrom zum eigenen Stand locken. Als Kundenstopper diente beim italienischen Maschinenhersteller SCM beispielsweise ein mit Holzklötzchen beklebter Kleinwagen. Bei der Firma Martin ist es fast schon zur Tradition geworden eine Formatkreissäge in ungewöhnlicher Optik am Stand zu präsentieren. In diesem Jahr hat man bei einer Säge einfach ganz auf die Lackierung verzichtet. Auf jeden Fall ist das ein Hingucker.

Ein Kundenstopper in Form einer blanken Formatkreissäge.

Ein Kundenstopper in Form einer blanken Formatkreissäge.

Ich finde es ja schön, wenn die Aussteller sich selbst nicht zu ernst nehmen. Das vermittelt Kundennähe und vereinfacht die Kontaktaufnahme. Ein schönes Beispiel hierzu war der Stand der Firma Mafell. Deren Montagesäge mit dem Namen "Erika" ist inzwischen nahezu jedem Zimmerer, Tischler und Holzwerker bekannt. Aber auch auf dieser Messe, konnte ich das Geheimnis, warum die Erika nun Erika heißt, nicht lüften. Was ich schlicht und ergreifend vergessen habe zu fragen ist, ob die beiden netten Damen am Stand auch Erika hießen.

Ob auf diesem Bild nun eine oder drei Erikas sind, kann ich nicht mit Sicherheit sagen.

Ob auf diesem Bild nun eine oder drei Erikas sind, kann ich nicht mit Sicherheit sagen.

Neben kuriosen und lustigen Dingen gibt es natürlich auch immer wieder Ausstellungsstücke, die schlicht und ergreifend als beeindruckend zu bezeichnen sind. Dazu gehören natürlich auch die großen computergesteuerten Maschinen und Anlagen. Aber auch ein Druckluftnagler kann beeindruckend sein. 

Leider konnte man diesen „handlichen“ Druckluftnagler nicht ausprobieren. Vielleicht war das auch besser so.

Leider konnte man diesen "handlichen" Druckluftnagler nicht ausprobieren. Vielleicht war das auch besser so.

Ganz allgemein hatte ich den Eindruck, dass sich die Messe und vor allem die Aussteller, immer mehr gegenüber dem Hobbyanwender öffnen. Kleine Stationärmaschinen, Handwerkzeuge und vor allem handgeführte Elektrowerkzeuge machen inzwischen einen sehr großen Teil der Messe aus. Meinen Eindruck bestätigten mir viele Messebesucher und auch die Aussteller selbst. Das ist natürlich eine sehr positive Entwicklung. 

Vor zehn Jahren fast undenkbar: Hasensägen auf der Holzhandwerk.

Vor zehn Jahren fast undenkbar: Hasensägen auf der Holzhandwerk.

Die drei Messetage waren anstrengend aber kurzweilig. Ich habe mit vielen interessierten und interessanten Menschen sprechen können. Ich habe bei weitem nicht alles Sehenswerte sehen können und muss nun erst einmal die ganzen Visitenkarten sortieren, die ich erhalten habe. Aber zum Glück gibt es ja inzwischen auch einen Systainer dafür. Und was waren Ihre persönlichen Highlights auf der Messe?

Endlich ist er da: Der Systainer für Visitenkarten.

Endlich ist er da: Der Systainer für Visitenkarten.

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
ab 65,00 
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Kommentare

23.03.2016

Hallo Heiko, für mich war die Messe ein großes Erlebnis, da ich das erste Mal dort war. Gleich die riesigen industriellen, computergesteuerten Maschinen und die zum Teil echt riesigen Fräser waren schon beeindruckend. Aber als Besitzer einer kleinen Tischkreissäge haben mich die verschiedenen Formatkreissägen am Meisten beeindruckt und begeistert. Diese Leichtgängigkeit trotz großer Auslieger war schon faszinierend. Hab ich ja live noch nie gesehen. Sehr schön fand ich auch so kleine Stände wie z.B. eine österreichische Firma, die Bohrer herstellt oder den Stand mit den Kurvenlinealen, wo ich dann genauso zugeschlagen habe wie bei zwei Kniehebelspannern von Bessey. Sehr gefreut hat mich auch, dass ich dir auch mal live bei einer deiner Vorführungen zuschauen konnte, da ein Kurs bei dir doch leider sehr weit weg von mir zu Hause ist. Schöne Grüße aus der Nähe von Wien Werner

23.03.2016

Servus Heiko, auch ich war am Freitag zum ersten Mal auf dieser Messe. Eigentlich hätte mich mehr interessiert, was es so für Drechsler zu sehen gibt, war aber enttäuscht, dass nicht mehr geboten war. Nur wegen Dechseln war die Messe nicht besuchenswert. Aber als allgemeiner Holzfuchs hatte mich doch so manches fasziniert. Auch wenn ich es an Deinem Stand nicht direkt tat, möchte ich mich schon auch einmal bedanken für Deine aufschlußreichen Beiträge hier im Blog, auf die ich Woche für Woche sehnsüchtig warte. Vielen Dank nochmal

31.10.2017

Du schreibst, dass man auch als Hobby-Holzwerker die Messe besuchen kann. Auf der Website der Messe werden nur Fachbesucher erwähnt. Kommt man denn als Privatanwender auch rein, oder haben sich die Zugangsbestimmungen für das kommende Jahr verändert?

01.11.2017

Hallo Manfred, da wird es keine Einschränkungen geben. Schließlich kann doch auch ein Hobby- Holzwerker vom Fach sein :-) Schau dir mal die Liste der Aussteller an, da wirst du auch einige Firmen finden, die sich fast ausschließlich an den Hobbyanwender richten. Gruß Heiko

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