FAQ Staubabsaugung

Das Thema Staubabsaugung beschäftigt wohl jeden Holzwerker mehr oder weniger intensiv. Einige Fragestellungen zu diesem Thema tauchen immer wieder mal auf. Grund genug einmal auf einige dieser Fragen einzugehen.

Frage: Kann man an eine Absauganlage auch mittels dünnem Schlauch seine handgeführten Elektrowerkzeuge anschließen?

Antwort: Es klingt natürlich sehr verlockend, An eine preisgünstige Absauganlage, welche wenig Strom verbraucht und kaum Kosten für Staubsäcke verursacht alle vorhandenen Maschinen anzuschließen. Nur leider funktioniert dies nicht. Diese Anlagen sind dazu konzipiert, eine sehr große Luftmenge mit relativ geringem Unterdruck durch einen dicken Schlauch zu saugen. Wird der Schlauchdurchmesser zu stark reduziert, zum Beispiel von 100 mm auf 27 mm, bricht die Saugleistung zusammen. Sie reicht dann nicht mehr aus, um Handkreissägen, Oberfräsen oder Schleifmaschinen staubfrei zu betreiben.

Die Absaugleistung bei dieser Lösung ist nur noch sehr schlecht

Die Absaugleistung bei dieser Lösung ist nur noch sehr schlecht

Frage: Kann man mit einem Werkstattsauger eine Hobelmaschine absaugen?

Antwort: Das funktioniert nur sehr begrenzt. Bei einigen kleinen Maschinen ist das möglich, zum Beispiel bei transportablen Dickenhobelmaschinen. Allerdings ist die Menge an Spänen beim Hobeln so groß, dass das Behältervolumen eines handelsüblichen Werkstattsaugers einfach zu klein ist. Es gibt aber die Möglichkeit einen Zyklonabscheider zwischenzuschalten, um mit größeren Behältern zu arbeiten. Bei Größeren Abricht/ Dickenhobelmaschinen, meist bereits ab einer Hobelbreite von 25 cm, sind die Absaughauben auf größere Schlauchdurchmesser ausgelegt. Bei einem zu dünnen Schlauch werden die anfallenden Späne dann nicht mehr ausreichend abgesaugt.

Werkstattsauger in Kombination mit einem Zyklonabscheider

Werkstattsauger in Kombination mit einem Zyklonabscheider

Frage: Was hat es mit den Staubklassen auf sich?

Antwort: Zu diesem Thema habe ich bereits einen Blogartikel geschrieben. Diesen Artikel finden Sie hier:
https://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/Klassenkampf-der-Werkstattsauger

Frage: Muss man in einem Werkstattsauger unbedingt die teuren Staubbeutel verwenden?

Antwort: Verwendet man die von den Herstellern angebotenen Staubbeutel, verursacht ein Werkstattsauger recht hohe Betriebskosten. 5-7 Euro für einen Staubbeutel sind keine Seltenheit. Da ist die Versuchung natürlich groß, den Werkstattsauger einfach ohne diese Beutel zu betreiben. Grundsätzlich funktioniert dies sogar bei vielen Saugern. Es gibt aber auch Geräte, bei denen man das nicht machen sollte. Es kann dann nämlich sehr schnell passieren, dass ein recht teurer Hauptfilter im Inneren des Saugers sich zusetzt und öfter ersetzt werden muss, als üblich. Setzt sich dieser Filter mit Staub und Spänen zu, verliert der Werkstattsauger spürbar an Saugleistung. Inzwischen gibt es aber viele Geräte, die eine Filterreinigung haben. Diese Geräte können dann ohne teure Staubbeutel betrieben werden. Ohne Beutel erfüllt der Sauger aber meist nicht mehr die Vorgaben für die Staubklasse M. Eine weitere Möglichkeit die Kosten gering zu halten ist das mehrmalige Verwenden der Beutel. Entweder leert man die Beutel durch das kleine Anschlussloch aus, oder aber man schneidet sie am Ende auf, leert sie und verschließt sie wieder. Beispielsweise mit einem Bürohefter. Das sollte man aber nicht zu oft machen, da die Staubbeutel über Poren verfügen, die sich bei zu langem Gebraucht zusetzen. Das kostet wieder Saugleistung. Einige Hersteller bieten für Ihre Sauger auch Staubsäcke an, die immer wieder verwendet werden können. Solche "Longlife" Filtersäcke sind jedoch meist recht teuer. Wie Sie sehen, lohnt es sich also durchaus etwas genauer hinzusehen und auch die Betriebskosten eines Werkstattsaugers beim Kauf zu berücksichtigen.

Ohne Beutel setzt sich bei diesem Sauger der Hauptfilter sehr schnell zu.

Ohne Beutel setzt sich bei diesem Sauger der Hauptfilter sehr schnell zu.

Frage: Soll ich für meine handgeführten Geräte einen dünnen Schlauch, oder lieber einen dicken verwenden?

Antwort: Meiner Erfahrung nach sind dünne Schläuche, mit einem Durchmesser von ca. 27 mm für den Werkstattalltag besser geeignet, als dickere Schläuche mit meist ca. 35 mm Durchmesser. Fallen sehr viele Späne an, ist da Absaugergebnis mit einem dicken Schlauch besser. Das hat man zum Beispiel dann, wenn man mit der Handkreissäge dicke Bohlen schneidet, oder sehr große Zerspanungen mit der Oberfräse macht. In der Regel kommt das aber nicht so oft vor. Die Mehrzahl der Anwendungen erzeugt ein Spänevolumen, dass mit einem dünnen Schlauch noch gut bewältigt werden kann. Vor die Wahl gestellt, würde ich einen dünnen Schlauch bevorzugen, da er in der Handhabung weniger störrisch ist und in den meisten Fällen vollkommen ausreichende Saugleistung bietet.

Ein dicker Schlauch ist unhandlich und wird nur selten benötigt.

Ein dicker Schlauch ist unhandlich und wird nur selten benötigt.

Ich hoffe es ist mir hiermit gelungen ein paar Unklarheiten zu diesem wichtigen Thema zu beseitigen.

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
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Kommentare

17.09.2015

Staubabsaugung

17.09.2015

Hallo, ich habe vor meinen Werkstattsauger einen selbstgebauten Zylonabscheider vorgeschaltet.# Der Sauger ist mit einem Hauptfilter und einem Papierstaubbeutel bestückt. Durch den Zylonabscheider gelangen kaum Späne und Staub in den Filterbeutel, so dass ich kaum den Beutel wechseln muss. J. Lützenkirchen

18.09.2015

Moin Heiko, könnte man eigentlich mit einem Zyklonabscheider den ADH Hc260 von Elektra Beckum absaugen? Viele Grüße Henning

19.09.2015

Hallo Henning, mit dieser Kombination habe ich keinerlei Erfahrung. Es kommt mit Sicherheit darauf an, wie die Absaughaube geformt ist und ob die Späne gut in Richtung Schlauch geführt werden. Der Schlauchdurchmesser sollte nicht zu dick werden. Da sind mit Sicherheit ein paar Versuche nötig, um das richtige Verhältnis zu finden. Das Vorhaben ist zumindest grenzwertig. Vielleicht meldet sich ja jemand,diese Kombination schon mal versucht hat. Gruß Heiko

26.02.2016

Hallo Heiko, ich habe mir eine neue Absaugung mit 2800 m³/h Saugleistung bestellt und möchte meine Standgeräte mit festen Leitungen verbinden. In vielen Blogs wird hinterfragt, ob einfache KG-Rohre dazu ausreichen, da sie sehr günstig und einfach zu verlegen sind, oder ob es Probleme mit statischen Ladungen oder gar Explosionsgefahr gibt. Die Antworten sind vielfältig. Wie siehst Du das? Viele Grüße Georg

26.02.2016

Hallo Heiko, ich habe mir eine neue Absaugung mit 2800 m³/h Saugleistung bestellt und möchte meine Standgeräte mit festen Leitungen verbinden. In vielen Blogs wird hinterfragt, ob einfache KG-Rohre dazu ausreichen, da sie sehr günstig und einfach zu verlegen sind, oder ob es Probleme mit statischen Ladungen oder gar Explosionsgefahr gibt. Die Antworten sind vielfältig. Wie siehst Du das? Viele Grüße Georg

27.02.2016

Hallo Georg, bei Kunststoffen kann es in der Tat zu einer statischen Aufladung kommen. Rein statistisch kommt es recht selten vor, dass dadurch wirklich ein Brand entsteht. Aber was nutzt die beste Statistik, wenn man selbst irgendwann auf der falschen Seite einer solchen Statistik steht? Sogenannte Wickelfalzrohre sind nicht wirklich so teuer und in einer Hobbywerkstatt wird man auch keine großen Mengen benötigen. Daher würde ich schon zu diesen Rohren raten. Dazu kommt noch, dass man für diese Rohre auch entsprechende Schieber, Schnellverschlüsse, Schlauchanschlüsse etc. Bekommt. Bei Kunststoffrohren läuft das alles auf Gebastel hinaus. Zum Beispiel, wenn man einen flexiblen Schlauch an ein KA-Rohr montieren möchte. Bei richtigen Absaugrohren ist das alles kein Problem. Es spricht also vieles für die Verwendung von Absaugrohren aus Stahl. Gruß Heiko

27.02.2016

Hallo Heiko, Vielen Dank für Deinen Rat. Nehme ich dann Wickelfalzrohr oder sind für den Materialtransport gebörtelte Rohre besser? Scheinbar gibt es auch dafür hauptsächlich Schieber. Viele Grüße Georg

28.02.2016

Hallo Georg, Wickelfalz ist vollkommen in Ordnung. Gruß Heiko

26.04.2018

Ist Beitrag ist ja schon ne Zeit her.... vielleicht liest dus ja noch Ich will mir eine Absaugung mkt Zyklon bauen jnd bin mkr jetzt noch unschlüssig, wo ich den Schlauch/ Rohr verjüngen soll, da ja der zyklonanschljss 50 ist jnd die Tks Fräse usw ja einen kleinern Anschluss haben. Ist gleich nach dem Zyklon oder erst kurz vor der Maschine besser? Was würdest du sagen? Lg Dominic

30.04.2018

Hallo Dominic, generell verjüngt man besser am Ende., Beim Absaugen von Handmaschinen ist das aber unpraktisch, da hat man ja lieber einen dünnen Schlauch. Bei meinem Zyklon ist es so, dass die Saugkraft auch noch vollkommen ausreicht, wenn ich einen 27mm Schlauch direkt anschließe. Handmaschinen wie Oberfräse und Schleifmaschinen kann man also problemlos mit einem direkt angeschlossenen, dünnen Schlauch absaugen. Bei der Tischkreissäge würde ich einen kurzen, dicken Schlauch anschließen und nur dann am Ende verjüngen, wenn es nicht anders geht. Gruß Heiko

08.05.2018

Danke für die Antwort

28.08.2018

Hallo Heiko, wieder mal ein super Artikel von dir. Ich besitze ebenfalls einen Makita Dickenhobel und bisher habe ich keine Absaugung gebraucht, da die sich die Späne meist schön in der Ecke gesammelt haben. Nun möchte ich meinen "Fein Dustex 35 L" an einen Zyklon anschließen und neben anderen Geräten auch die Makita mit absaugen. Dazu hätte ich ein paar Fragen: 1.) Was für eine Fassgröße verwendest du, ein 30 l Fass? Warst du damit zufrieden oder würdest du wegen der Hobelmaschine eher zu einem etwas größeren Fass (z.B. 60 l) raten? 2.) Wie weit kann das Fass befüllt werden, bevor die Späne trotzdem in den Filterbeutel gelangen bzw. welchen Abstand sollte die Füllmasse min. noch vom Zyklon haben? Vielen Dank schon mal für deine Hilfe. Gruß Marcus

28.08.2018

Hallo Marcus, auf dem bild ist der Zyklon auf einem Fass mit 60 Litern zu sehen. Das ist meiner Meinung nach die absolute Untergrenze wenn man nicht mehr Zeit mit dem Ausleeren als mit dem Hobeln verbringen möchte. Also je mehr, umso besser. Wenn der Behälter eines Zyklons voll ist, füllt sich der Zyklon selbst mit Spänen und dann geht es in den Staubsauger. Daher würde ich dir auch zu einem durchsichtigen Zyklon raten. Gruß Heiko

01.09.2018

Hallo Heiko, vielen Dank für die Antwort. Ich hatte an ein 100 l Metallfass gedacht aber die sind eher schwerer zu bekommen - 200 l Fässer gibts dagegen im Netz genug. Damit sollte es auch funktionieren und ca. 50 cm x 80 cm ist vom Platz her auch noch ok. Beim Stöbern auf Pinterest bin ich noch auf eine andere Variante ohne Absaugung gestoßen. Dabei wurde eher der Luftstrom vom Hobel genutzt. Und zwar hatte da jemand eine Dewalt - Dickenhobelmaschine auf einen mobilen Tisch gesetzt, in die Ablage (also drunter) ein Fass gestellt und einen großen Schlauch vom Absaugstutzen durch die Tischplatte hindurch in den Deckel des Fasses gesteckt. Wenn ich mich recht entsinne, hat sich der Absaugstutzen meiner Makita ab und an (je nach Art der Späne) etwas verstopft und deshalb hatte ich ihn abgenommen und die Späne immer mit dem Handfeger vom Hobeltisch in die Ecke gefegt. Von daher kann ich es mir nicht vorstellen. Möglicherweise hatte ich aber damals auch eine zu große Spanabnahme - müsste ich bei der nächsten Hobelaktion noch mal testen. Was hältst du von dieser Methode? Gruß Marcus

01.09.2018

Hallo Marcus, ich habe keine Ahnung ob dein Plan so funktioniert. Ich könnte mir aber vorstellen, dass du auf jeden Fall noch einen Luftauslass mit Filter darauf brauchst. Probier es einfach aus und berichte ob es funktioniert hat. Gruß Heiko

28.10.2018

Hallo Heiko ich habe in einem Video gesehen, dass Du eine Filterpatrone auf Deiner Absauganlage hast. Die hat, wenn ich es richtig bei Holzprofi nachgelesen habe, eine Filterfläche von rd. 2 m2 und ist rd. 68 cm hoch. Wie zufrieden bist Du mit dieser, es gäbe ja alternativ noch eine hohe Patrone mit rd. 3,5 m2 Fläche. Habe selbst seit kurzem eine Felder AF14 und von der Raumhöhe würde die kleine Patrone bei mir optimal passen. Danke für eine Antwort Eri

28.10.2018

Hallo Erhard, bisher bin ich sowohl mit der Absaugung, als auch mit der Patrone sehr zufrieden. Es mag sein, dass die größere Patrone noch besser ist, das kann ich nicht beurteilen. Ich habe zwei dieser Absaugungen, eine an der Hobelmaschine und eine an der Säge. Beide arbeiten tadellos. Beim Nachrüsten einer vorhandenen Absaugung und genügend Deckenhöhe spricht auf jeden Fall nichts gegen die hohe Ausführung. Gruß Heiko

03.10.2019

Hallo Heiko, ich würde gern den Staubsack an meiner Holzkraft Absauganlage gegen eine Filterpatrone austauschen. Das Teil kostet leider 500€ (!!), das ist heftig. Deshalb überlege ich mir gleich eine neue Absauganlage zu kaufen inkl. Filterpatrone. Dazu hätte ich noch Fragen: 1) was hältst du von den Absaugtonnen (Record Power)? 2) Felder als Premiumhersteller hat überwiegend ASA mit Staubsack im Programm. Sind diese Staubsäcke dann besser als Filterpatronen? Schon Mal herzlichen Dank für deine Antwort! Gruß, Markus

03.10.2019

Hallo Markus, die Record Power hatte ich mal zum testen, mein Ergebnis kannst du dir hier durchlesen: https://www.holzwerken.net/Wissen/News/Debatte-Nur-eine-Maschine-fuer-alle-Staubquellen Felder bietet für seine Absaugungen auch eine Patrone an, den Umbau und das Ergebnis hat Veronika in ihrem Blog beschrieben: https://www.holzwerken.net/Blog/Veronika-Zenz/Austausch-Filtersack-gegen-Filterpatrone Der Sack wird auch bei Felder nicht besser sein, als bei anderen Herstellern. Gruß Heiko

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