Andruckfedern mit der Tischkreissäge herstellen

Selbstgebaute Andruckfedern

Selbstgebaute Andruckfedern

Wer eine Bandsäge hat, der kann sich seine Andruckfedern wie hier beschrieben sehr schnell selbst herstellen:

Andruckfedern – schneller selbst gebaut als gedacht!

Ich habe keine Bandsäge, brauchte aber ein paar Druckfedern. Also habe ich einige Methoden ausprobiert solche Druckfedern mit der Tischkreissäge herzustellen. Das einfache Einschneiden in ein aufrecht stehendes Brett, am Schiebetisch hat mich nicht überzeugt. Zwar werden hier die einzelnen Federn alle gleich lang, so dass sie auch gleichmäßigen Andruck erzeugen, aber die Handhabung war umständlich und die Federlänge ist auf die Schnitthöhe der Säge begrenzt. Das Einschneiden des flach liegenden Brettes scheiterte daran, dass es schwierig ist, alle Federn gleich lang zu schneiden. Denn die Vorderkante der Andruckfeder ist nicht gerade, sondern schräg.

Am Ende landete ich bei der Methode, die ich Ihnen jetzt zeige. 

Schneiden der Leisten für die Andruckfeder

Schneiden des Leistenbündels auf der Tischkreissäge

Sie benötigen ca. 20 – 25 dünne Holzleisten. Die Stärke sollte zwischen drei und vier Millimetern betragen. Nicht zu dick, sonst ist der Anpressdruck zu hoch. Zu dünn und die Federn brechen. Die Leistenbreite sollte nicht weniger als 20 Millimeter betragen. Ich habe das Reststück einer 26mm Buche Leimholzplatte zu solchen Leisten mit einer Länge von 300 Millimetern aufgeschnitten.

Die Leisten werden mit Klebeband zu einem Bündel zusammengeklebt. An beiden Enden führen Sie einen Ablängschnitt im Winkel von 30° durch, so dass das Leistenbündel die Form eines Parallelogramms bekommt. Die genaue Länge ihres Bündels spielt zu diesem Zeitpunkt noch keine Rolle. Längen Sie einfach auf das größtmögliche Maß ab.  Versuchen Sie nicht das Leistenbündel mit einem schräg gestellten Sägeblatt auf die benötigten 30° zu bringen. Die Leisten lassen sich nicht sauber schneiden, es besteht Rückschlaggefahr und die Abschnitte werden vom Sägeblatt erfasst und in Ihre Richtung geschleudert.

Anzeichnen der Federlänge an einer Andruckfeder

Anzeichnen der Federlänge

Bevor Sie das Klebeband entfernen ziehen sie eine parallele Linie zur 30° Kante auf der Fläche des Leistenbündels. Eine Schmiege oder ein Geodreieck sind hierfür ideal. Der Abstand dieser Linie zu den Leistenenden gibt die Länge der einzelnen Federn an. ich habe meine Federn 100 Millimeter lang gemacht. Je länger die Federn, desto weniger Kraft haben sie. Zu kurze Federn funktionieren allerdings nicht. Bei einer Federstärke von drei Millimetern sollten die Federn mindestens 70 Millimeter lang sein.

Nun lösen Sie das Klebeband. Die Reihenfolge der einzelnen Leisten im Stapel darf nun nicht mehr durcheinander gebracht werden.  Die einzelnen Leisten werden jetzt zu einem Block verleimt. Beginnen Sie damit die erste Leiste auf die Werkbank zu legen. Tragen Sie Leim auf und legen Sie die zweite Leiste mit Versatz auf die erste. Ihre Linie gibt den genauen Versatz vor. Das Ende der dritten Leiste wird bündig mit dem Ende der ersten Leiste aufgeleimt, die vierte Leiste wieder mit Versatz. So legen Sie Ihren Stapel immer weiter zusammen. Ein Kamm entsteht. Ist der Stapel fertig aufgebaut, setzen Sie Schraubzwingen an. Benutzen Sie einige Resthölzer als Zulage um auf die dünnen Leisten gleichmäßigen Pressdruck zu bringen.

Andruckfeder aus Einzelnen Leisten verleimen

Die Andruckfeder wird aus einzelnen Leisten verleimt.

Detail Verschiebung der Holzleisten

Detailansicht: Verschiebung der Holzleisten

Der verleimte Block wird nach ausreichender Abbindezeit zu zwei Andruckfedern geschnitten, die man vielfältig einsetzen kann. 

Wenn Sie solche Federn nach dieser Anleitung auch herstellen wollen, machen Sie am besten gleich mehrere. Denn wenn Sie einmal festgestellt haben, wie nützlich diese kleinen Helfer sind, werden Sie immer neue Einsatzmöglichkeiten finden.

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
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Kommentare

09.09.2014

obrigado,pelos detalhes (medidas)excelente

10.09.2014

Hallo Heiko, habe heute Abend mal etwas in dem Blog gestöbert und bin auf diesen Artikel gestoßen ........und gleich ab nach nebenan in die Werkstatt - so etwas steht schon lange auf meiner todo-Liste. Ich habe die Andruckfedern zunächst mal probehalber aus einem Reststück Fichte nachgebaut ........habe zwar jede Menge Buche Leimholz-Reste da, aber wie sollte es anders sein, eben nur keilgezinkt; und ich denke, so schmale Leisten mit den Leim-Übergängen eignen sich da nicht so wirklich. Hat auch soweit ganz gut geklappt, habe wohl nur beim Verleimen nicht genau genug gearbeitet, so dass die "Flucht" am Ende nicht ganz gestimmt hat. Kurzerhand, war ja nur ein Probestück, habe ich versucht, die 30°-Schräge an der fertigen Feder nochmal mit der Erika nachzuschneiden - und es hat sehr gut geklappt - bis auf kleine Ausreißer, die wohl an dem weichen Holz liegen. Jetzt werde ich die Federn mal einige Zeit testen und dann welche aus härterem Holz bauen. Danke für den guten Tip! Liebe Grüße, Siggi

18.10.2016

Hallo, eine super Anleitung! Wäre es auch möglich die einzelnen Leisten für das Federbündel in 20mm Breite aus 3mm Sperrholz zu schneiden? Gruß, Ralf Pommerinke

18.10.2016

Hallo Ralf Pommerinke, meiner Erfahrung nach bringen so dünne Sperrholzstreifen nicht genügend Anpressdruck auf. Massivholz ist da wirklich besser geeignet. Gruß Heiko

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