Zapfenlöcher von Hand sägen

Wie eine über hundertjährige Säge die Arbeit beschleunigt –  wenn man ein paar kleine Kniffe beherzigt.

 

 

 

Bild: Dominik Ricker

Wenn man auf bei gängigen Portalen nach altem Werkzeug guckt, findet man oft ein Konvolut. Die Hälfte davon braucht (oder kennt) man nicht, aber der Preis ist heiß.
Ich habe vor ein paar Jahren so ein Konvolut eines Zimmermanns geerbt und mich über alte Hobel, Streichmaß und Klüpfel gefreut.

Aber diese spitze Säge… damit wusste ich nichts anzufangen.
Mit etwas Liebe und noch viel mehr Hieben der Eisenfeile ist das gute Stück jetzt wieder scharf und löst bei meiner Arbeit ohne Maschinen ein nerviges Problem: Zapfenlöcher!

Die kann man weitestgehend mit einem Forstnerbohrer vorbereiten, aber mit der Säge geht das noch viel schneller.


Markierungen auf Eichenholz oder anderen dunkleren Hölzern mache ich immer mit weißem Stift. Vor allem in schlecht beleuchteten Werkstätten unbedingt zu empfehlen.


Ob wie hier mit dem Forstnerbohrer oder später mit einem 10mm Bohrer: Wir brauchen einen Eingang für die Säge.


Damit nichts ausreißt wird ein Opferholz gegengeschraubt. Endlich finde ich auch mal Verwendung für diese kleinen sogenannten C-Clamps.


Das breitere Blatt verursacht an der Rückseite quer zur Faser gerne ein paar Ausrisse in weichem Holz, darum zwingend ein bisschen Material vor dem Riss stehen lassen…


… und dann sauber nachstemmen.


So hat man in kurzer Zeit ohne viel Anstrengung ein sauber ausgearbeitetes Zapfenloch.

Unter anderem bieten Wilpu und Ulmia feinverzahnte Handstichsägen an, die japanischen Modelle werden Mawashibiki genannt und können über feinewerkzeuge.de bezogen werden. Mal sehen, ob die besser funktionieren, als meine 106 Jahre alte Säge.

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
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