Über sieben Brücken musst du nicht gehen – aber alle Details solltest du sehen

Selbst ein gemütlicher Spaziergang im Wald kann zu einem lehrreichen Erlebnis werden. Eine neue Brücke liefert interessante Informationen zum konstruktiven Holzschutz.

Neben der korrekten Holzauswahl ist der konstruktive Holzschutz ein wichtiger Faktor für die Lebensdauer von Möbeln und Bauwerken im Außenbereich.
Bei einem winterlichen Spaziergang erblickte ich diese relativ neue Fußgängerbrücke und konnte nicht widerstehen, mal ein wenig genauer hinzusehen. Zwei große Betonsockel nehmen die verzinkten Stahlträger auf, auf denen das Holzkonstrukt aus Lärchenholz aufliegt. Während aufsteigende Feuchtigkeit beim Großteil einer Brücke wohl zu vernachlässigen ist (von den Auflagepunkten mal abgesehen), bleibt noch der Niederschlag.

Konstruktiver Holzschutz an einer Brücke Nach dem der Vorgänger über sieben Jahre saniert wurde, steht nun seit einem Jahr diese Brücke – für immerhin 250.000 Euro.

Wie bei einem Hausdach schützt hier der Handlauf das Geländer. Im Schadensfall tauscht sich der Handlauf auch wesentlich einfacher und kostengünstiger aus als das gesamte Geländer.

So komisch es zunächst klingen mag, aber bei Konstruktionen im Außenbereich sollten potenzielle Sollbruchstellen auch vorab schon so geplant werden, dass ein Austausch problemlos möglich aus, z.B. durch Schraubenverbindungen.

Überstand, beidseitiges Gefälle und gefaste Kanten – Stehendes Wasser wird es hier nur im geänderten Aggregatzustand geben. Für das Tischlerauge etwas ungewöhnlich einen Kern zu sehen, die Zimmerer sind da wohl etwas toleranter.

Stirnholz ist leider immer eine Schwachstelle – großzügige Fugen zwischen den Handläufen begünstigen dabei immerhin die Feuchtigkeitsabgabe. Das Stirnholz der Pfosten wird abgedeckt.

Oftmals sieht man leider Handläufe, die von oben geschraubt werden. Dort entsteht unweigerlich Staunässe, die nach ein paar Jahren für eine erste Schadstelle verantwortlich ist. Neben der erhöhten Lebensdauer ist es für die Haptik und Optik daher sinnvoll, von unten zu schrauben.

Es sind wie so oft die kleinen Details, die einen Unterschied machen. Das Frühjahr steht schon bald vor der Tür und die ersten Projekte für den Außenbereich können geplant werden. Für den anstehenden Bau eines Eingangstores war diese Brücke eine gute Inspiration. Es lohnt sich also durchaus beim nächsten Spaziergang mal genauer hin zu sehen – am besten bei Objekten, die schon länger Bestand haben. Da weiß man eher, ob die Konstruktionen auch wirklich Sinn machen 😉

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
ab 65,00 
Mehr Erfahren

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Bisher noch keine Kommentare

Kommentar verfassen