Läuft wie auf Schienen – Aufbau von Schiebetüren

Es sind wie so oft Details, die den Unterschied machen.

Wer nicht ständig mit Seife seine Schiebetüren zur Bewegung zwingen möchte, findet hier ein paar Hinweise

Es gibt diverse Möglichkeiten, eine Schiebetüre zu installieren.

Ich wähle die genutete Variante, da diese einen gewissen Anspruch mit sich bringt und hin und wieder durchaus für verwunderte Gesichter sorgt. Außerdem kann hier nicht aus dem vollen gefräst werden, da Spanplatte verwendet wird und diese zu schnell ausbricht.

Bewegende Elemente aus Holz sind technisch gesehen nicht zu empfehlen. Holz arbeitet, daher können sich durch Feuchtigkeitsänderungen die soeben noch leichtgängigen Schubladen plötzlich nicht mehr bewegen. Das mussten leider schon viele angehende Gesellen bei der Vorstellung ihres Prüfungsstück erleben: Ein plötzlicher Wetterumschwung mitten im Sommer, die Luftfeuchtigkeit schießt in die Höhe… und alles klemmt. Zudem ist Holz bei dauerhafter Nutzung einem größeren Verschleiss als Metall unterworfen. Vielleicht ist dies beim Entnehmen alter Schubkästen aufgefallen, wenn man sich die Laufleisten ansieht: Zwar glatt poliert, aber nach vorne hin immer etwas rund (und dadurch wackelig) geworden.

Wer Türen aus leichten/weichen Hölzern wie Fichte oder Erle bauen möchte, sollte unbedingt eine Feder aus dichten Hartholz einsetzen. Alle Kanten werden gefast/mit Radien versehen, es gibt eine kleine Fuge zwischen Nut und Feder.
Das eingesetzte U-Profil aus Messing oder Aluminium verbessert die Gleiteigenschaften wesentlich. Mit Sekundenkleber können diese problemlos eingeklebt werden.
“Länge läuft” sprach der Bootsbauer. Die Türe sollte zwingend breiter als hoch sein. Sonst kann es zu einem Verklemmen an den gezeigten Punkten kommen.
Hier lohnt sich ebenfalls wieder eine vorherige Zeichnung und ein 1:1 Aufriss. Türe in die obere Nut einführen. Diese ist mindestens doppelt so tief wie die untere. Nach oben schieben, damit die untere Feder über die Nut gesetzt werden kann. Herablassen… und freuen.
Eine einfachere Variante: Die durch den Falz entstandene “Feder” hat nach hinten etwas Luft. Die Front wird damit fugenlos.

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