Rohrschraubzwingen – flexible Kraftprotze

Ernstzunehmende Alternative oder improvisiertes Bastel-Werkzeug?! Heizungsrohre sind in vielen Größen erhältlich, können verlängert und mit den passenden Spannelementen zu Korpuszwingen umgerüstet werden.

Korpuszwingen sind bei der Herstellung von Leimholzplatten sehr nützlich. Leider sind die Zwingen auch meist sehr kostenintensiv.

Seit vielen Jahren nutze ich eine preiswerte Alternative, die ich ursprünglich belächelt habe: Rohrschraubzwingen.

Warum belächelt? Um ehrlich zu sein erschien es mir etwas improvisiert, sich aus Heizungsrohren Schraubzwingen zu bauen. Diese müssen separat erworben werden.

Das Spannelement mit Kurbel hat ein Innengewinde, welches auf das Heizungsrohr geschraubt wird. Die Rohre werden in verschiedenen Längen und Durchmessern angeboten. Übliche Durchmesser sind ½ Zoll und ¾ Zoll. Ich empfehle ¾ Zoll ab einer Länge über 60 cm, um ein Durchbiegen zu verhindern. Die ½ Zoll-Version ist dafür noch etwas günstiger.

Während der Durchmesser vom gewählten Spannelement abhängig ist, hat man bei der Länge freie Auswahl. In Kombination mit einer Muffe können auch einzelne, kürzere Rohre verlängert werden.

Kleines Bauteil, verlängernde Wirkung. Allerdings sorgt die Muffe auch für eine etwas schlechtere Auflage der Leimholzplatte.
Die damit zu erreichende Flexibilität (bei gleichzeitig geringen Preisen) hat auch viele Tischler in meinem Umfeld schon überzeugen können. Mit der Kurbel lassen sich Werkstücke schneller und müheloser spannen, als mit den bekannten Griffen bei den meisten Schraubzwingen.
Auch bei größeren Werkstücken, wie dieser Bankplatte, bringen die Rohrzwingen ausreichend Druck.
Der bislang einzige Schadensfall: Ein ausgerissenes Gewinde.
Mit einem lauten Knall hat sich die Zwinge in den Feierabend verabschiedet.
Nach kurzem Fluchen meinerseits über die Qualität der Rohre fiel mir auf: Das Spannelement war nicht vollständig auf das Rohr geschraubt. Anscheinend hatte ich beim Umschrauben ein paar Umdrehungen zu wenig gemacht und bekam dafür nun die Quittung. Die Zeit sollte man sich dann doch nehmen.

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
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