Olivenbaum – Eigenschaften und Irrtümer

„Kennst du das Land, in dem die Zitronen blühen?“ fragte Goethe einst.
Dann kennst du wohl auch das Land, in dem die Olivenbäume wachsen.

Vor allem auf den Weihnachtsmärkten findet man eine große Auswahl an Produkten aus Olivenholz.

In der Regel eher in kleineren Formaten werden Schneidebretter und weitere Küchenutensilien wie Schaber und Kochlöffel angeboten.

Dabei fällt vor allem die schöne Maserung auf, das hellbraune Holz wird von schwarzen Linien durchzogen und bringt ein wenig optische Vielfalt in die heimische Küche.

Doch neben der Optik kann Olivenholz dabei auch wirklich mit inneren Werten überzeugen:

Auch wenn der Baum 1000 Jahre alt werden kann, erreicht er dabei keine sonderlich großen Höhen und Stammdurchmesser im Vergleich zu anderen Bäumen. Zudem ist das Holz oft wechselwüchsig/drehwüchsig, was man dem Baum deutlich ansieht.

Möbel aus Olivenholz zu bauen ist daher durchaus ein Wagnis, welches mit viel Verschnitt einhergeht. Im Möbelbau empfiehlt sich daher eher der Einsatz als dekorative Füllungen oder kleinere Elemente wie Griffe oder Blenden. Die sehr engen Jahrringe führen zu einer hohen Dichte ( 920 Kilogramm pro Kubikmeter, Eiche hat zum Vergleich eher 700 Kilogramm)

und verringern die Aufnahmefähigkeit von Wasser. Neben Ölen enthält das Holz auch Oleuropein, einen antibakteriellen Inhaltsstoff, der ähnlich wie die Gerbsäure der Eiche für einen guten Witterungsschutz sorgt und sich natürlich auch positiv auf die Eigenschaften eines Schneidebrettes auswirkt.

Die Sorge, dass dies gesundheitsschädlich sein könnte, ist unbegründet. Oleuropein ist auch in Olivenöl enthalten, welches wir wohl in weitaus größeren Mengen zu uns nehmen, als Schneidebretter.

Im Herzen der Toskana steht dieser Olivenbaum. Olivenholz wird jedoch meist aus afrikanischen Olivenbäumen gewonnen, europäische Olivenbäume werden zur Ölproduktion verwendet.

Verschiedene Brauntöne mit teilweise schwarzen Linien in einer wilden Anordnung: Olivenholz ist optisch leicht zu bestimmen

Trotz seiner antiseptischen Wirkung sollte man seine Schneidebretter und erst recht nicht seine Möbel mit Olivenöl benetzen.

Olivenöl härtet nicht aus, bleibt also sozusagen immer flüssig. Die Oberflächen bleiben daher immer ein wenig ölig/schmierig, im Inneren der Werkstücke kann es sogar zur Schimmelbildung kommen. Leinöl bspw. polymerisiert in Verbindung mit Sauerstoff und bildet eine Schutzschicht gegen eindringende Feuchtigkeit und festigt zudem auch noch das Holz. Im kommenden Beitrag wird auf die chemischen Hintergründe verschiedener Öle noch ein wenig genauer eingegangen.

Wie bereits erwähnt, wird Olivenholz oft aus Afrika importiert und wird damit zu einem Holz, was kritisch betrachtet werden sollte. Auch wenn europäisches Olivenholz etwas teuer ist und meist nur in kleineren Dimensionen angeboten wird, würde ich dem Kauf dieser Hölzer (sofern aus nachweislichen Quellen) den Vorzug geben.

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
ab 65,00 
Mehr Erfahren

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Bisher noch keine Kommentare

Kommentar verfassen