Der Schrupphobel fristet in vielen Werkstätten wohl entweder ein Schattendasein oder ist gar nicht erst vorhanden. „Wer hobelt schließlich noch Bohlen in mühsamer Handarbeit aus, wenn mobile Dickenhobel mittlerweile schon für unter 500€ angeboten werden“ wird man sich an dieser Stelle fragen.
Dabei macht der Schrupphobel eine Menge Spaß:
Er gräbt sich mühelos durch das Holz, dicke Späne fliegen und man muss sich in diesem Arbeitsgang kaum Sorgen zu Ausrissen machen.
An dieser Stelle eine kleine Exkursion in den üblichen Arbeitsaufblauf beim Hobeln/Abrichten mit Handhobeln:
1. Abrichten/grob auf Dicke hobeln mit dem Schrupphobel.
Die Oberfläche ist anschließend von Furchen durchzogen, möglicherweise auch groben Ausrissen, dafür annähernd auf der gewünschten Dicke
+ Viel Materialabtrag durch das gerundete Eisen möglich
+ Leicht
+ einfach einzustellen
– Schleifen/Abziehen ein wenig aufwändiger
– Keine Klappe/großes Hobelmaul führen zu Ausrissen
- Schlichten mit dem Schlichthobel.
Die Oberfläche ist frei von Furchen, eventuell sind aber noch Ausrisse vorhanden. Endmaß ist noch nicht erreicht, zudem ist die Oberfläche noch nicht plan.
+ Wird meist diagonal zur Faser genutzt („Zwerchen“), dadurch weniger
Widerstand und geringe Ausrisse
– Je nach Vorarbeit nicht notwendig - Ebnen mit der Raubank
Durch die lange Auflage werden Täler/Hügel im Holz auf eine Ebene gebracht.
Die Oberfläche ist annähernd final.
+ Das typische Kippeln beim Einsetzen/Aussetzen des Hobelzugs ist minimiert.
+ Sofern anschließend geschliffen wird, kann dies schon der letzte Arbeitsschritt mit dem Handhobel sein.
– Schwer und meist teuer
- Putzen/säubern mit dem Putzhobel
Der Name lässt schon erahnen, dass mit ihm der letzte Arbeitsschritt erfolgt,
alternativ kann auch zum Schleifpapier gegriffen werden.
Feinste Spanabnahme, Klappe, kleines Hobelmaul und steiler Schnittwinkel minimieren die Ausrissgefahr. Durch die geringe Auflagefläche können auch
Stellen bearbeitet werden, die nicht 100% plan sind und von der Raubank nicht erreicht wurden.
+ Ausrissfreie Oberflächen möglich
– Erfordert mehr Konzentration beim Einstellen
So viele Arbeitsschritte für die „perfekte“ Oberfläche.
Alternativ wird die Bohle durch den Dickenhobel geschoben und nach ein paar Runden mit dem Exzenterschleifer hat man sich stundenlangen Schweiß erspart.
Genau jetzt könnte der richtige Zeitpunkt für den Schrupphobel sein, denn die texturierte Oberfläche verleiht dem Möbelstück eine optisch kaum, haptisch jedoch deutlich spannendere Erscheinung.
Dazu muss jedoch eine kleine Veränderung getroffen werden, um die Ausbrüche zu minimieren: Eine Klappe.
Die Klappe wird auch als Spanbrecher bezeichnet, was damit auch ihre Funktion beschreibt: Der Span wird direkt hinter der Schneide gebrochen bzw. umgeknickt.
Dadurch wird die Vorspaltung verringert/unterbrochen und damit der Ausriss minimiert/unterbrochen.
Normalerweise ist eine Klappe erst ab der Raubank verbaut, vorher sind die Ausrisse in der Oberfläche noch nicht so relevant.
Die Klappe musste ich daher selber anfertigen, was mit ein wenig Fleiß am Schleifer
verbunden ist. Normalerweise wird die Klappe nun mit dem Hobeleisen verschraubt.
Putzhobel haben eine großzügige Nut, um den Schraubenkopf aufzunehmen, Schrupphopbel nicht. Ich orientiere mich daher an der Bauweise japanischer Hobel und fixiere die Klappe ohne Schraube per Keilwirkung.
Nun kann munter losgehobelt werden, ohne viel Kraft- und Zeitaufwand..


Keil, Spanbrecher, Hobeleisen.




Wer es noch aufwendiger mag, kann seiner Oberfläche auch mit dem Hammer zu mehr Struktur verhelfen https://www.holzwerken.net/blog/dominik-ricker/hammerschlag-schafft-schnitzoptik-oberflaechenbehandlung-der-besonderen-art/
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