Ich arbeite derzeit wieder mit Tischlerplatten. Dazu gehört auch das Aufbringen von Massivholzanleimern auf die Kanten. Nach dem Anleimen müssen diese noch bündig mit der Fläche gemacht werden. Ich habe Ihnen schon einmal eine Methode gezeigt, bei der ich das mit dem Frästisch gemacht habe. Das ging aber beim aktuellen Projekt aus zwei Gründen nicht:
- Einige Teile waren einfach zu groß um sie auf dem kleinen Frästisch sicher zu handhaben.
- Es handelt sich um Esche, das beim Fräsen der überstehenden Kanten gerne ausreißt.
Diese Teile sind definitiv zu groß um sie am Frästisch bündig zu machen.
Ich habe also begonnen die Kanten mit dem Einhandhobel bündig zu machen. Das geht eigentlich auch recht gut. Allerdings muss man doch sehr aufpassen, dass man dabei die Fläche nicht beschädigt. Also stellt man den Hobel eher sehr fein ein. Dann dauert das Hobeln aber länger. Ich nehme dann gerne einen zweiten Handhobel, den ich stärker einstelle. Also einen fürs Feine und einen fürs Grobe. Aber irgendwie war mir das bei der Mange an Kanten dann doch zu langsam. Man will ja auch irgendwann mal fertig werden.
Etwa zwei Millimeter Überstand müssen weg.
Präzise, ausrissfrei, aber leider auch recht langsam
Die Lösung des Problems war dann wirklich sehr simpel:
Ich hatte noch einen wenig benutzten Fügeanschlag, der mit Magneten an fast alle meine Metallhobel angebracht werden kann. Damit konnte ich den Handhobel immer an der gleichen Stelle führen. Die Hobelsohle wurde mit zwei Lagen PVC-Klebeband belegt. Die Stelle, an welcher der Hobel die Kante abträgt wurde nicht beklebt.
Mit diesem umgerüsteten Putzhobel ging das Hobeln der Kanten nun viel schneller. Schließlich musste ich ja nicht mehr darauf achten, nicht zu tief zu hobeln.
Das wird gebraucht: Ein Anschlag und etwas Klebeband.
Es muss kein so teurer Anschlag sein. Eine gefälzte Leiste mit Doppelseitigem Klebeband fixiert tut es auch.
Je dicker der Span sein soll, umso mehr Lagen Klebeband werden benötigt.
Das Klebeband muss auch um die Vorder- und Hinterkante der Hobelsohle gezogen werden.
Jetzt kann zügig gehobelt werden.
Bei dieser Methode muss man folgendes Beachten:
- Man braucht ein robustes, dickes und glattes Klebeband
- Die Stärke der Klebeband-Auflage muss dem Schneidenüberstand des Hobeleisens zur Sohle, also der Spandicke entsprechen
- Das Klebeband muss lang genug sein und vorne und hinten an der Hobelsohle auch etwas hochgezogen werden. Tut man das nicht, kann sich das Band beim Hobeln lösen.
- Das Klebeband muss irgendwann gewechselt werden, da es sich abnutzt.
So sieht das Klebeband nach etwa 30 Metern gehobelter Kante aus.
Das Prinzip ist ja recht einfach, so einfach, dass es mich wundert, dass es so einen Hobel scheinbar nicht fertig zu kaufen gibt. Zumindest nicht für dickere Massivholzkanten, Schließlich gibt es ja für alle möglichen Anwendungen Spezialhobel. Vielleicht gibt es aber auch so etwas und ich habe es bisher nur nicht gesehen. Wenn Ihnen sowas schon mal untergekommen ist, würde ich mich über einen Link zum Hersteller freuen.
Und wie machen Sie Ihre Kanten bündig? Manuell, mit der Kanten/ Oberfräse, am Frästisch, auf der Tischfräse? Vielleicht auch ganz anders. Schreiben Sie es doch einfach mal in die Kommentare.
So soll es aussehen: Die Kante ist bündig, die Oberfläche unbeschädigt.
Links:
Eine Lanze für die Tischlerplatte:
https://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/Eine-Lanze-fuer-die-Tischlerplatte
7 Wege zu bündigen Massivholzkanten von Veronika Zenz:
https://www.holzwerken.net/Blog/Veronika-Zenz/7-Wege-zu-buendigen-Massivholzkanten
Ran an die Kanten:
https://www.holzwerken.net/Blog/Heiko-Rech/Ran-an-die-Kanten
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2 Kommentare
Hallo Heiko,
was ist mit diesem Hobel:https://www.lie-nielsen.com/product/skew-block-plane-left ?
Du kannst die Seitenführung unterhalb der Hobelsohle verstellen. Allein die Auflagefläche ist beim Bündighobeln gering, Dafür hast Du aber die stabile Seitenführung.
Gruß
Uwe
Hallo Uwe,
ich kenne diesen Hobel nicht persönlich, ich schleiche aber schon lange um ihn herum 🙂
Ich weiß also nicht, wie gut er für diese Aufgabe geeignet wäre. Mir ging es ja um schnellen Materialabtrag und da war mir ein Hobel mit zwei richtigen Griffen irgendwie sympatischer.
Gruß
Heiko
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