Tipps & Tricks Tischlern

Clevere Verleimung: Zwingen nicht nötig

Drei Holzleisten mit Leimfugen werden auf Klebeband verleimt, Maßangaben und Pressrichtung mit Pfeilen markiert.

Und es macht Klick: Sehr dünne Bretter lassen sich ganz ohne Zwingen verleimen. Die anzusetzen ist ohnehin ein Graus – alles viel zu kippelig. Zwei bewährte Methoden der Verleimung gibt es als Alternative:

Die Klapp-Methode. Dazu spannen Sie zwei Leisten auf die Werkbank. Sie verlaufen parallel zueinander und in genau dem Abstand, den die auf Breite zu verleimenden Teile in Summe haben – minus einen „Hauch“. Bestreichen Sie die gut abgerichteten Schmalflächen nun mit Leim und legen Sie sie zwischen die Leisten, sodass die Leimflächen sich schon berühren. Drücke Sie jetzt die beiden Hölzer beherzt nach unten: Die beiden Flächen „klicken“ förmlich in Position und der Leim kann unter Druck aushärten. Belassen Sie es bei zwei Brettchen, wenn es mehr sein sollen, verleimen Sie nacheinander, je nach dem Aushärten des Leims.

Zwei verleimte Leisten, dritte wird angefügt; alte Leimfuge ist ausgehärtet, neue wird verleimt und gepresst.

 

Die Reibe-Methode: Für sehr kleine und dünne zu verleimende Flächen, zum Beispiel für Schatullenteile, geht es sogar noch einfacher: Sind die Leimflächen mit Weißleim bestrichen, drücken Sie sie auf der Tischplatte fest seitlich aneinander. Verschieben Sie die beiden Flächen dann gegeneinander, weiterhin mit Druck zueinander. Sie werden bemerken:

Es geht immer schwerer. Dann stoppen Sie und lassen alles einige Stunden ruhen. Die Anziehung der Wassermoleküle im Leim zueinander genügt als „Anpressdruck“. Für kleine und gering belastete Holzplatten reicht diese Verleimart völlig aus.

Zwei Holzleisten liegen auf Klebeband, Leimfuge härtet zwischen den Leisten aus.

Illustration: Willi Brokbals

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