Spiegel sind empfindliche Wesen. Nicht nur, klar, weil sie aus Glas sind. Sondern auch, weil die spiegelnde Beschichtung aus Silber-Nitrat auf der Rückseite schnell beschädigt ist. Bis der Reflektor also an der Schranktür oder in die Vitrine eingebaut ist, lagert er am besten mit der Rückseite zur Wand in der ruhigsten Ecke der Werkstatt.
Wie bei jeder Glasscheibe ist die beste Lagerung die stehende. Glas arbeitet im Gegensatz zu Massivholz fast gar nicht. Wegen der stark unterschiedlichen Ausdehnungsmaße sind große Spannungen programmiert, wenn Glas mit Massivholz vollflächig fest verbunden wird: Sprünge im Glas sind die Folge. Plattenmaterial wie Tischler- oder Spanplatte ist da besser. Die einfachste Befestigungsart ist das Aufkleben: Das geschieht entweder mit speziellem Spiegel- Klebeband oder mit Silikonstreifen. Wichtig: Die Streifen müssen immer senkrecht verlaufen. Waagerechte Streifen können einer nach dem anderen nachgeben. Pro Kilogramm Spiegelgewicht gilt die Faustregel: mindestens 20 Zentimeter Silikonstreifen sind zum Tragen nötig. Um die ganze Fläche anzupressen, wird der Einfachheit halber eine dicke Platte auf den ganzen Spiegel gelegt und dann ordentlich und gleichmäßig beschwert, zum Beispiel mit Getränkekisten. Dann braucht das Silikon seine Zeit: Es erreicht erst nach ein bis zwei Tagen seine volle Festigkeit.
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