Eine alte Tischlerregel lautet: erst schlitzen, dann absetzen. Im Grunde besagt diese Regel, dass stets zuerst die langen Schnitte (1.) und dann die kurzen Schnitte (2.) ins Werkstück gesägt werden. Der Vorteil dieser Schnittfolge liegt darin, dass die Vibrationen im Werkstück bei dieser Reihenfolge minimiert werden und so die langen Schnitte wesentlich ruhiger verlaufen.
Wird zum Beispiel ein Zapfen zuerst abgesetzt und dann geschlitzt, können die seitlichen Abschnitte gegen Ende des langen Schnittes stark schwingen – die Säge fängt an zu springen oder gar zu klemmen, der Schnitt wird ungenau. Zudem werden für Schnitte in Richtung der Faser (in der Regel beim Schlitzen) oder quer zur Holzfaser (beim Absetzen) Sägen mit unterschiedlicher Zahnung bevorzugt. Beispielsweise besitzt die japanische Ryoba ein Sägeblatt mit zwei gegenüberliegenden Trapez- und Dreieckszahnreihen, um so beide Schnittarten ausführen zu können, ohne die Säge aus der Hand legen zu müssen.
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