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Schneller Halt ohne Hightech

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 20.01.2015

Der Name ist Programm. Der Werkstückniederhalter mit dem englischen Namen "Holdfast" ist wohl eine der schnellsten und zugleich einfachsten Möglichkeiten ein Werkstück auf der Hobelbank von oben zu befestigen. Es gibt eine Vielzahl von sehr aufwendig gestalteten Spannmitteln, die den gleichen Zweck erfüllen. Mit Rändelschrauben aus Messing, Einstellmöglichkeiten und ausgeklügelter Mechanik. All das bietet der "Holdfast" nicht. Er ist kein Schönling, will nicht gefallen, sondern einfach nur funktionieren. Und das tut er auch.

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Ein einfacher Niederhalter für die Hobelbank, "Holdfast" genannt

Das Funktionsprinzip ist einfach und war bereits Ende des 17. Jahrhunderts bekannt. Der geschmiedete Haken wird in ein passendes Loch eingesteckt. Ein Schlag auf den höchsten Punkt des Armes treibt den Niederhalter ins Loch, wo er sich leicht biegt und dadurch festklemmt. Ein Schlag an die Seite des Hakens löst die Spannung und er kann einfach aus dem Loch gezogen werden. Schneller und einfach!

Ein Schlag von oben - Niederhalter und wErkstück sind fest

Das Funktionsprinzip ist einfach und war bereits Ende des 17. Jahrhunderts bekannt. Der geschmiedete Haken wird in ein passendes Loch eingesteckt. Ein Schlag auf den höchsten Punkt des Armes treibt den Niederhalter ins Loch, wo er sich leicht biegt und dadurch festklemmt. Ein Schlag an die Seite des Hakens löst die Spannung und er kann einfach aus dem Loch gezogen werden. Schneller und einfach!

Ein schlag an die  Seite, Werkstück und Niederhalter sind gelöst

Ein schlag an die Seite, Werkstück und Niederhalter sind gelöst

Niederhalter und Hobelbank müssen aber zueinander passen. Der Niederhalter darf in der Bohrung nicht zu viel Spiel haben, sonst klemmt er nicht. In der Regel werden diese Niederhalter für Bankhakenlöcher mit einem Durchmesser von 19mm angeboten. Die Bankplatte darf nicht zu dick, aber auch nicht zu dünn sein. Beachten Sie dahin gehend unbedingt die angaben des Herstellers. Meine Hobelbank hat eine Plattenstärke von teilweise 100mm aber in der Mitte nur 45mm. In beiden Plattenstärken funktionierte der hier gezeigte Niederhalter (Hersteller ist Gramercy, USA) sehr gut.

Vor dem ersten Einsatz wird der Schaft des Niederhalters mit einem Schleifpapier mittlerer Körnung (120) aufgeraut. Dabei entfernt man auch eventuell vorhandene, ölige Rückstände. Der so behandelte Schaft hat dann mehr Gripp.

Das Anschleifen des Schaftes sorgt für mehr Gripp

Das Anschleifen des Schaftes sorgt für mehr Gripp

Bei all den Vorteilen gibt es aber auch Nachteile: Die Druckfläche des Niederhalters, die auf dem Werkstück aufliegt kann bei zu heftigem Gebrauch Spuren im Holz hinterlassen. Es empfiehlt sich daher diese Fläche entweder mit einem Stück dickem, rauem Leder zu belegen (zum Beispiel auseinem alten Gürtel geschnitten), oder aber eine Zulage zwischen Niederhalter und Holz zu legen. So hinterlässt der Niederhalter nur einen bleibenden Eindruck bei Ihnen, nicht aber auf Ihren Werkstücken.

Ein Stück aufgeklebtes Leder schont Ihre Werkstücke

Ein Stück aufgeklebtes Leder schont Ihre Werkstücke

Ich setze diesen Niederhalter erst seit ein paar Tagen ein. Aber bereits nach dem ersten Gebrauch hat mich die Einfachheit und die Effektivität dieses Werkzeuges vollends überzeugt.

Wenn Ihrer Werk- oder Hobelbank über 19mm messende Bankhakenlöcher verfügt, kann ich Ihnen einen solchen Niederhalter nur wärmstens ans Herz legen. Es kann allerdings passieren, dass nach der ersten Verwendung des "Holdfast" der Wunsch nach Hightech Niederhaltern mit Messingschrauben bei Ihnen ganz plötzlich weg ist. Gehen Sie dieses Risiko ein!

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