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Sägen schärfen – Teil 1

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 13.09.2016

Japansägen kommen geschärft in den Handel, schneiden sauber und sind preisgünstig. Aber nicht jeder Holzwerker mag sie wirklich. Sei es die Handhabung, die Form des Griffes oder einfach nur das Unbehagen ein Einweg-Produkt zu benutzen. Es spricht vieles für die traditionellen Sägen, die auf Stoß arbeiten. Inzwischen hat sich der Begriff "westliche Sägen" für diese Art der Handsägen etabliert, die bis vor einigen Jahren auch bei uns in Europa den ganz normalen Standard darstellten. Viele Holzwerker schrecken aber vor diesen Werkzeugen zurück, da man sie selbst schärfen muss. Inzwischen gibt es aber Hersteller, die auch solche Sägen gebrauchsfertig anbieten. Um das Schärfen kommt man aber dennoch früher oder später nicht herum. In einer mehrteiligen Artikelreihe werde ich Ihnen jedoch zeigen, dass das Schärfen einer Handsäge kein Hexenwerk ist und von jedem Holzwerker erlernt werden kann.

Zinkensägen gehören zu den am leichtesten zu schärfenden Sägen

Zinkensägen gehören zu den am leichtesten zu schärfenden Sägen

Ich will das Thema an dieser Stelle nicht zu weit theoretisieren und ausweiten. Es geht mir darum, Ihnen eine Anleitung an die Hand zu geben, mit der Sie beginnen können. Mit der Zeit werden Sie Ihre Arbeitsweise verändern, Sie können mit unterschiedlichen Winkeln an der Bezahnung experimentieren und so das Verhalten einer Säge beeinflussen. All das würde meiner Meinung nach aber in dieser Artikelreihe noch zu weit führen. Die Profis unter Ihnen, die schon lange Sägen feilen mögen mir dies daher nachsehen. Das Schärfen zeige ich an den kanadischen Sägen der Marke "Veritas". Ich empfehle diese Sägen sehr gerne, da sie ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Zum Üben eignen sie sich sehr gut. Sie können Ihre ersten Schärfversuche aber auch an einer günstigeren Säge durchführen.

Bevor Sie schärfen müssen aber einige Vorbereitungen getroffen werden. Denn ein paar Werkzeuge sind nötig um eine Handsäge zu schärfen.

Die Feile

Das Schärfen selbst geschieht mit der Feile. Beim Nachfeilen der Zähne wird der stumpf gewordene Teil des Zahnes entfernt, es entstehen wieder scharfe Kanten, welche den Span beim Sägen abheben. Die Feile muss zur Geometrie der Säge passen. Sie benötigen also eine Dreikant-Feile. Am einfachsten kommen Sie zur passenden Feile, wenn Sie den Händler, bei dem Sie die Säge gekauft haben, nach der passenden Größe fragen. Als Faustformel gilt aber, dass eine Sägefeile doppelt so groß sein sollte, wie der Zahn der Säge. Der Verschleiß der Feile ist dann am geringsten. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Feile abgerundete Ecken hat und keinen scharfkantigen Querschnitt. Feilen mit scharfkantigem Querschnitt können zu feinen Rissen im Zahngrund führen. Wählen Sie einen Feilengriff (Heft genannt), der Ihnen gut in der Hand liegt. 

Die Feilen werden in der Regel ohne Heft verkauft. Suchen Sie sich ein Heft aus, dass Ihnen gut in der Hand liegt.

Die Feilen werden in der Regel ohne Heft verkauft. Suchen Sie sich ein Heft aus, dass Ihnen gut in der Hand liegt.

Die Schränkzange

Die Schränkzange wird benötigt, um die Sägezähne wechselseitig nach außen zu biegen. Der Schnitt wird dann breiter, als das Sägeblatt dick ist. Die Säge verklemmt sich dann nicht im Schnitt. Viele neu gekaufte Handsägen sind zu stark geschränkt. Sie können dann beim ersten oder sogar manchmal auch beim Zweiten Nachschärfen auf das Schränken verzichten. Aber irgendwann muss jede Säge neu geschränkt werden. Schränkzangen gibt es in unterschiedlichen Größen. Die Zange muss daher zur Säge passen. In der Regel wird bei den Zangen angegeben, für welche Zahngrößen sie geeignet sind.

Eventuell können Sie die ersten Schärfversuche sogar noch ohne eine solche Schränkzange machen.

Eventuell können Sie die ersten Schärfversuche sogar noch ohne eine solche Schränkzange machen.

Die Feilkluppe

Beim Schärfen muss die Säge eingespannt werden. Und das direkt unterhalb der Zahnlinie. Dazu benötigt man eine sogenannte Kluppe. Man kann sie sich ganz einfach selbst bauen. Die im folgenden gezeigte Kluppe basiert auf einer Kluppe, die Thomas Lie Nielsen in seinem Buch "Schärfen" vorstellt. Sie ist einfach herzustellen und funktioniert bestens.

Als Material benötigen Sie zwei Sperrholzbrettchen mit den Maßen 200 x 150 Millimetern. Die Stärke solle zwischen 12 und 15 Millimetern betragen. Dazu noch viel Leisten aus Sperrholz oder Hartholz mit einem Querschnitt von 20 x 12 Millimetern und zwei kleine Scharniere.

Im ersten Schritt werden die Leisten auf die Brettchen geleimt. Jeweils bündig mit der Längskante. Nach dem Abbinden wird an jedem der entstandenen Kluppen-Hälften eine Längskante abgeschrägt. Der Winkel sollte etwa 15 – 20 Grad betragen. Anschließend werden die beiden Hälften mit zwei kleinen Scharnieren verbunden.  Die Kluppe muss die Säge gut halten können. Das funktioniert noch besser, wenn eine der beiden Leisten, welche als Spannbacken dienen, auf der Innenseite leicht angeschrägt wird. Um den Druck der Bankzange an den richtigen Punkt zu bringen wird eine schmale Leiste in Höhe der Zangenkante an die Kluppe geleimt. Es kann natürlich sein, dass Sie Ihre Kluppe ein wenig anders bauen müssen, damit sie zu Ihrer Säge und zu Ihren Einspannmöglichkeiten passt. Das Grundprinzip bleibt aber immer das gleiche.

Für den Beue einer Feilkluppe benötigen Sie nur ein Paar Holzreste und zwei Scharniere.

Für den Bau einer Feilkluppe benötigen Sie nur ein Paar Holzreste und zwei Scharniere.

Die Leisten sollten aus Hartholz sein. Sie werden nur angeleimt.

Die Leisten sollten aus Hartholz sein. Sie werden nur angeleimt.

Die Schräge an der oberen Kante erleichtert das Feilen.

Die Schräge an der oberen Kante erleichtert das Feilen.

Zwei kleine Scharniere verbinden die beiden Hälften der Kluppe.

Zwei kleine Scharniere verbinden die beiden Hälften der Kluppe.

Ein wenig Feintuning ist manchmal notwendig.

Ein wenig Feintuning ist manchmal notwendig.

Die Säge muss in der Kluppe richtig fest eingespannt werden können.

Die Säge muss in der Kluppe richtig fest eingespannt werden können.

Eventuell müssen Sie die angegebenen Maße noch an Ihre Säge anpassen.

Eventuell müssen Sie die angegebenen Maße noch an Ihre Säge anpassen.

Die fertige Kluppe

Die fertige Kluppe

Kopflupe und Lampe

Eine Kopflupe (oder auch Stirnlupe genannt) wird nicht zwingend gebraucht. Ob Sie eine benötigen ist davon abhängig, wie gut Ihre Augen und die Raumbeleuchtung ist. Eine zweieinhalb bis vierfache Vergrößerung ist vollkommen ausreichend. Nützlich kann auch eine zusätzliche Lampe sein, die ganz gezielt auf die Zahnung der Säge gerichtet werden kann. Aber auch das ist abhängig von den Gegebenheiten in Ihrer Werkstatt.

Eine solche Lupe erleichtert nicht nur das Sägenfeilen.

Eine solche Lupe erleichtert nicht nur das Sägenfeilen.

Wasserfester Stift

Vor dem Schärfen werden die Zähne erst einmal geschwärzt. Das erleichtert das spätere Schärfen ungemein. Ein handelsüblicher, wasserfester Stift in Schwarz, blau oder einer anderen dunklen Farbe reicht dafür aus. Es muss kein spezieller Stift sein.

Mit dieser Ausrüstung können Sie beginnen Ihre Sägen zu schärfen. Im nächsten Teil geht es dann aber richtig zur Sache. Dann wird geschränkt.

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