Viel mehr Gewindefläche

Dicke Schrauben halten besser als dünne, logisch. Klar ist, dass ein dicker Metallstift besser gegen seitliche Belastung, also gegen das Abscheren, gefeit ist. Aber warum halten dicke Schrauben auch besser gegen Kräfte, die entlang ihrer Längsachse wirken? Hier müsste die Stärke des Schraubenkerns eigentlich unerheblich sein. Ist sie auch an sich. Schließlich wird die aufnehmende Bohrung so gesetzt, dass sie Kerndurchmesser hat. Hierin klemmt der Schraubenschaft allenfalls ein bisschen.
Allerdings kann ein dickerer Schaft mit seinem größeren Durchmesser viel mehr Schraubenfläche um sich herumwickeln. Erstens weil der dafür verfügbare Umfang um den Faktor der Kreiszahl Pi zunimmt. Zweitens, weil sich an einem stabileren Schaft auch eine tiefere Gewindefurche „befestigen“ lässt.
Besonders anschaulich lässt sich das bei den metrischen Schrauben (also denen mit Normgewinde) zeigen. Pro Umdrehung hat eine Schraube M10 eine Spannungsquerschnittfläche von satten 58 Quadratmillimetern, bei M4 sind es nur 8,8. Auch bei nah beieinander liegenden Schraubengrößen wie M6 (20 Quadratmillimeter) und M8 sind die Unterschiede groß. Bei M8 sind es knapp 37 Quadratmillimeter, also fast der doppelte Wert.
Für Holzschrauben gilt es ebenso: Je dicker der Schaft, desto mehr Gewinde kann sich ins Holz krallen.

Foto: Andreas Duhme

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