Wie jede Flüssigkeit hat flüssiger Lack durch seine Oberflächenspannung die Tendenz, sich zusammenzuziehen. Dadurch wird die Lackoberfläche an scharfen Kanten besonders dünn und empfindlich.
Denn beim Lackieren sind die Partikel auf den beiden an die Kante grenzenden Flächen bestrebt, näher aneinander zu rücken: Der Lack strebt von der Kante weg. Ausgerechnet an dieser beanspruchten Stelle ist die schützende Lackschicht daher besonders anfällig gegen Wasser und Stöße. Abhilfe schafft das Abrunden aller Kanten an einem Möbelstück, am besten mit einem Radius von vier Millimetern. Das geht mit Hobel, Schleifklotz oder Fräser gleichermaßen gut. Nur so ist gewährleistet, dass der Lack gleichmäßig über dem Werkstück liegt. Nur die Kanten zu brechen genügt hier nicht.
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