Tipps & Tricks Tischlern

Kleine Kante hilft beim Fräsen

<p>Illustration: Willi Brokbals</p>

Freihändiges Fräsen, also ohne Schablone oder Schiene, und perfekt gerade Fräskanten – das muss kein Widerspruch sein. Mit dem Einsatz eines klassischen Stechbeitels kommen Sie ohne umfangreiche Hilfsmittel aus.

Gerade der Bau einer Schablone dauert oft viel länger als die einzelne Fräsung. Wollen Sie nicht gleich vier oder mehr gleiche Fräsungen herstellen, ist freihändiges Arbeiten definitiv schneller.
Das Einarbeiten von Taschen im Holz mit irregulärer Form, aber geraden Kanten geht so sehr fix:
Zeichnen Sie die Form genau auf.
Stemmen Sie mit einem möglichst breiten Stechbeitel rundherum genau auf der Linie mindestens zwei Millimeter senkrecht herunter. Wenn nötig, hilft eine Leiste als Anschlag.
Setzen Sie den Beitel, Fase nach unten, von der Abfallseite her auf und chippen Sie das Holz auf etwa fünf Millimeter Breite flach heraus. Es kommt hier nicht auf Genauigkeit oder Einheitlichkeit an.
Bei Ausräumen der Tasche haben Sie nun eine klare Kante als Grenze, die viel besser sichtbar ist als ein Strich. Und fahren Sie doch aus Versehen an die Kante, spüren Sie den dann erhöhten Widerstand sofort.
Bleiben Sie der Kante einen halben Millimeter fern. Ist alles fertig gefräst, stechen Sie hier mit dem Beitel noch einmal sauber herab – fertig.

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Kommentare

4 Kommentare

  1. Freihändiges Fräsen mit der Oberfräse, um eine exakt gerade Kante zu erzeugen ist ein frommer Wunsch. Solchen Empfehlungen sollte hier kein Forum geboten werden, das erzeugt nur Frust. In solchen Fällen gilt: Schablone und der Fräser mit Anlaufring, wobei die Herstellung einer Schablone mit Sicherheit schneller geschieht als das Vorstechen der Kante wie geschildert.

  2. Freihändig fräsen ist wie freihändig Auto fahren.
    Der Fräser geht durch seine Wucht sehr gerne „spazieren“.
    Ich habe selbst schon solche „Spaziergänge“ erleben dürfen.
    In diesem hier aufgezeigtem Fall würde ich eine Multifrässchablone nehmen. Die kann man beliebig plazieren und der Fräser läuft sicher wie auf Schienen.

  3. Friedrich Eitzert

    Stimmt! Manchmal kann man meinen, dass nicht unbedingt Fachwissen weiter geleitet wird.

  4. Rainer Zinserling

    Aber hier wird gar nicht beschreiben, wie man freihand eine gerade Linie fräst, sondern wie man den Innenraum einer an den Rändern händisch vorbereiteten Fläche ausfräst und gegebenenfalls am Rand noch mal händisch nacharbeitet. Und dass das bei einem Einzelstück (!) durchaus schneller gehen kann als der „Umweg“ über den Bau einer Schablone.