
Ein reich tragender Apfelbaum ist jedes Jahr aufs Neue eine Freude. Doch mit der üppigen Ernte wächst auch die Belastung für die Äste. Besonders ältere oder weit ausladende Fruchtäste biegen sich unter dem Gewicht der Äpfel immer weiter nach unten. Kommt dann noch ein kräftiger Wind oder ein Sommersturm hinzu, steigt das Risiko, dass einzelne Äste einreißen oder sogar vollständig abbrechen. Das wäre nicht nur ein Verlust der Ernte, sondern kann den Baum langfristig schädigen.
Viele Gartenbesitzer greifen deshalb zu einfachen Holzstützen. Diese erfüllen zwar ihren Zweck, haben aber einen entscheidenden Nachteil: Sie stehen mitten auf der Rasenfläche. Das Rasenmähen macht dann auf jeden Fall keinen Spaß mehr.
Genau hier setzt die in diesem Beitrag vorgestellte Aststütze an. Statt mehrere Stützen unter den Ästen zu platzieren, verteilt die Konstruktion die Last nach dem Prinzip einer Hängebrücke. So werden die stark belasteten Fruchtäste entlastet und das Risiko von Astbruch sinkt deutlich. Unter dem Baum bleibt die Rasenfläche frei, sodass sich der Mähroboter oder der Rasenmäher ungehindert bewegen kann. Eine einfache, stabile und zugleich praxisgerechte Lösung für alle, die ihren Obstbaum dauerhaft schützen möchten.
Das benötigen Sie für den Bau der Aststütze
Die benötigten Materialien und Werkzeuge für den Bau der Aststütze sind sehr überschaubar.
- Zwei Holzlatten
- Schrauben
- Seil aus Kokos oder Sisal
Werkzeuge:
- Akkuschrauber
- Forstnerbohrer
- Schleifpapier
- Cuttermesser
- Senker
- Schraubzwingen
- Einhandhobel (optional)
- Schnitzmesser (optional)
Die Holzwahl

In diesem Fall wurde genommen, was bereits da war. Hierbei handelt es sich um 38 mm x 68 mm Dachlatten aus Fichte/Tanne. Sollten Sie zum Baumarkt fahren, nehmen Sie sich ruhig Zeit beim Aussuchen und legen die ersten Reihen beiseite. Diese sind meist krumm, mit zahlreichen Ästen versehen und auch noch gerissen.
Nicht jede Holzart eignet sich gleichermaßen für den Einsatz im Freien. Einen guten Anhaltspunkt bietet die Dauerhaftigkeitsklasse nach DIN EN 350. Sie beschreibt die natürliche Widerstandsfähigkeit des Kernholzes gegenüber holzzerstörenden Pilzen und reicht von Klasse 1 (sehr dauerhaft) bis Klasse 5 (nicht dauerhaft).
Hölzer der Klassen 1 und 2, beispielsweise Robinie oder Eiche, sind besonders langlebig und können im Außenbereich häufig ohne zusätzlichen chemischen Holzschutz eingesetzt werden. Holzarten der Klasse 3, wie Douglasie oder Lärche, bieten ebenfalls eine gute Dauerhaftigkeit und sind für viele Gartenprojekte eine gute Wahl. Fichte und Tanne gehören dagegen zu den Klassen 4 bis 5. Sie sind zwar preiswert und leicht zu verarbeiten, sind aber weniger dauerhaft im Außenbereich einsetzbar.
Diese Aststütze wird nach der Ernte ohnehin wieder abgenommen, wodurch die Belastung durch die Witterung minimiert wird.
Los gehts mit dem Bau der Aststütze

Das Anfasen von Kanten ist immer gut. Vor allen Dingen, wenn man mit den Latten noch hantieren muss. Ein Holzklotz mit Schleifpapier umwickelt ist vollkommen ausreichend. Wer es hochprofessionell machen möchte, nimmt einen Einhandhobel. Was wir bei der Holzwahl gespart haben können wir in Werkzeuge investieren. Man gönnt sich ja schließlich sonst nichts.

Ideal wäre ein einzelner Pfosten, der etwas über den Baum ragt. Ist das nicht gegeben, müssen wir zwei miteinander verbinden. Der Anblick von zwei überlappend verschraubten Latten gewinnt definitiv kein Schönheitswettbewerb. Es geht aber schnell, erfüllt seinen Zweck und lässt sich, bei ausreichend langer Überlappung, später auseinanderschrauben und verlängert wieder zusammenschrauben. Sparen Sie nicht an der Anzahl der Schrauben. Diese Verbindung wird ordentlich belastet. Die Überlappung beträgt 500 mm und wurde mit 6 Schrauben verbunden.

Soll man wirklich vorbohren? Mitten im Holz ist das bei weichem Holz wie Fichte/Tanne oder Douglasie vielleicht nicht zwingend erforderlich. Ist man nah am Hirnholz (ca. unter 10 cm) ist das sehr empfehlenswert.

Da das Hobeln Spaß macht, werden alle möglichen Kanten bestoßen.

Bohren Sie oben an dem Pfosten Bohrungen, durch die Sie später die Seile führen. Besser zu viele Bohrungen als zu wenig. In diesem Fall entstehen zwei Bohrungen mit je 25 mm Durchmesser.

Da sich so ein Baum mit seinen zahlreichen Ästen im Wind bewegt, werden die durchgeführten Seile an den Kanten schaben und eventuell reißen. Runden Sie die Bohrungen ab. Entweder mit Schleifpapier oder mit einem Schnitzmesser. Ich persönlich finde schneiden immer angenehmer als schleifen. Das ist eine Angewohnheit aus dem Drechseln. Schließlich entsteht dadurch auch weniger Holzstaub.
Die Montage

Bevor Sie die Hängebrücke aufstellen, zählen Sie die Anzahl der zu fixierenden Äste und führen Sie die entsprechenden Seile durch die Bohrungen. Stellen Sie den Pfosten anschließend an den Stamm und binden Sie ihn an. Jetzt können Sie alle Äste anbinden. Am besten geht das zu zweit.

Mit einfachsten Mitteln haben Sie in kürzester Zeit Ihren Obstbaum entlastet. Der Hindernisparcours für das Rasenmähen macht Ihnen auch keine Probleme mehr. Mit der Aststütze nach dem Hängebrückenprinzip entsteht eine stabile Konstruktion, die schwere Fruchtäste entlastet, den Baum schützt und gleichzeitig den Garten praktisch nutzbar hält.
Viel Spaß beim Nachbauen!
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