
Wie bei jeder neuen Maschine muss man sich auch bei einer neu erworbenen Bandsäge erstmal zurechtfinden. Das gilt insbesondere für Maschinen, die ziemlich schnell laufende und äußerst scharfe Zähne haben. Im Vergleich zu einer Tischkreissäge hat die Bandsäge eine geringere dynamische Gefährdung. Das ist bei Tischkreissägen der bekannte Rückschlag oder Kickback, wenn sich das Holz zwischen Sägeblatt verkantet oder vom hinteren, aufsteigenden Teil des Blattes erfasst wird und in Sekundenbruchteilen in Richtung Bediener beschleunigt wird.
Das bedeutet aber nicht, dass die Bandsäge leichtfertig benutzt werden sollte. Scharfe Zähne hat sie trotzdem und man sollte auch hier einiges beachten, um sicher ans Ziel zu kommen. Wir beleuchten in diesem Blog einige wichtige Grundregeln.
Ein Modul, mehrere Funktionen
Die obere Bandsägenführung hat zwei Funktionen. Die erste Funktion ist selbsterklärend. Die zweite Funktion ist es, ein Berührschutz zu gewährleisten. Man sollte diesen immer so positionieren, dass er knapp über dem Werkstück ist, sodass kein Finger hindurchpasst. Das Sägeband wird bei modernen Maschinen vollständig gekapselt, auch oberhalb der Führung. So wird bei richtiger Handhabung maximaler Schutz gewährleistet. Da muss ich an der Stelle mal eine Lanze für modernere Maschinen brechen. Ältere Maschinen sind zwar in der Regel massiver gestaltet, aber die Sicherheitsmechanismen haben sich weiterentwickelt. Ältere Maschinen haben diesen Schutz entweder gar nicht oder er ist nur marginal ausgeprägt.
Ein Schiebestock ist keine Deko

Gratuliere! Du hast eine Bandsäge und kannst dir nun unendlich viele „Push Sticks“ sägen! Trotz Berührschutz gehören Finger nicht in die Nähe des Gefahrenbereichs. Denn trotz Berührschutz kann man in das Sägeband geraten. Dies kann in Momenten geschehen, wenn man einen Rohling auftrennt und man diesen kurz vor Vollendung des Schnitts durch schiebt.
Nervig, aber sinnvoll

Eine Bandsäge ist wie ein großes „C“ aufgebaut. Zwischen der Öffnung des „C“ läuft das dünne Sägeband und verrichtet seine Arbeit. Damit es seine Arbeit ordnungsgemäß verrichten kann, muss es gut gespannt sein und die Spannung ist enorm.
Bei einer Bandsäge sollte man das Sägeband entspannen, wenn die Maschine längere Zeit (länger als ein Tag) nicht benutzt wird. Der Hauptgrund ist die dauerhafte Belastung von Sägeband, Laufradbelägen aus Gummi und Lagern.
Warum das wichtig ist:
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Materialermüdung vermeiden
Dauerhafte Spannung belastet das Band unnötig. Das kann zu frühzeitigem Bandbruch führen. -
Schonung der Laufradbeläge auf den Rädern
Die Laufradbeläge können sich bei dauerhafter Spannung verformen („Standplatten“), was später zu Unruhe im Lauf führt. -
Entlastung von Lagern und Mechanik
Auch Spannmechanismus und Lager stehen sonst permanent unter Zug.
Aber wie kann man sich so eine Routine einprägen? Jeder macht das anders. Ich habe mir folgenden Trick irgendwo aufgeschnappt. Wenn der Ideengeber über diesen Blog stolpert, der kann gerne einen Kommentar hinterlassen. Man entspannt die Rolle nach getaner Arbeit und legt das Netzkabel auf den Spannhebel. Beim erneuten Benutzen ist das der Wink mit dem Zaunpfahl, die Rolle vor dem Einschalten wieder zu spannen. Tut man das nicht, so kann das Sägeband von der Rolle springen und ja, mir ist das fast passiert, aber nur fast. Die Bandsäge hat komische Geräusche gemacht und ich habe sie sofort wieder ausgeschaltet. War zwar nicht schlau, aber lehrreich!
Kraftfluss beachten

Was passiert, wenn man einen runden Rohling einfach so ans Sägeband führt? Richtig, infolge der nach unten gerichteten Zerspanungskraft erfährt der Rohling eine rotatorische Beschleunigung, dadurch wird er schlagartig ins Sägeband gedrückt, beschleunigt noch stärker und geht ab wie Schmidts Katze. Um das zu vermeiden, kann man sich etwas bauen, was bereits in einem Blogbeitrag geschehen ist: https://www.holzwerken.net/tipps-und-tricks/werkstatt/schraeger-igel-fuer-rundholz-schnitte/
Oder man nimmt wie in meinem Fall eine Schraubzwinge und vermeidet es auf diese Weise.

Ähnlich verhält es sich mit verzogenen Rohlingen. Vor jedem Schnitt sollte man prüfen, ob es auf einer ebenen Fläche kippelt. Würden man diesen Rohling auf der rechten Seite sägen, würde die Zerspanungskraft dafür sorgen, dass er nach unten gedrückt wird. Ist man bereits im Holz könnte es dazu führen, dass
- Sich das Sägeband im Schnitt verklemmt
- Sich das Sägeband verbiegt
- das Sägeband die Maschine ausbremst
- der Keilrippenriemen durchrutscht
In jedem Fall wäre das äußerst unschön. Wie vermeidet man sowas? Entweder man dreht das Werkstück, was meistens nicht viel bringen wird oder man schnappt sich einen Schrupphobel und begradigt den Rohling. Wer eine Abrichte hat, kann natürlich auch diese benutzen.
Fazit
Auch wenn die Bandsäge konstruktionsbedingt weniger dynamische Gefahren birgt als eine Tischkreissäge, bleibt sie eine leistungsstarke Maschine mit einem Verletzungspotenzial. Wer sicher arbeiten möchte, sollte die Bandführung korrekt einstellen, konsequent Schiebehilfen verwenden und den Kraftfluss am Werkstück verstehen.
Ebenso wichtig sind saubere Routinen: Sägeband bei längeren Standzeiten entspannen, Werkstücke vor dem Schnitt prüfen und kritische Situationen durch geeignete Hilfsmittel entschärfen.
Kurz gesagt: Die Bandsäge ist gut beherrschbar – aber nur für den, der sie bewusst, vorbereitet und mit Respekt einsetzt.
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