Warum Holz?

Warum hat Holz so eine Wirkung auf mich? Diese Frage beschäftigt mich seit einigen Jahren. Und wenn Holz so eine faszinierende Wirkung auf mich hat, hat es die dann auch für andere?

Die zweite Frage lässt sich schnell mit einem "Ja" beantworten. Viele Menschen verspüren bei Holz ein Gefühl der Geborgenheit, der Wärme und verbinden es mit Gemütlichkeit.Aber woher kommt das eigentlich? Ein wichtiger Aspekt wird unsere gemeinsame Geschichte sein. Eines der ersten Materialien, die der Mensch effektiv nutzen konnte, war das Holz: eben um Feuer zu machen, zum Jagen und zum Bauen einfacher Objekte. Seit Jahrtausenden nutzt der Mensch Holz für seine Zwecke – auch Menschenaffen können bei der Verwendung hölzerner Werkzeuge beobachtet werden. Holz ist also schon lange ein treuer Begleiter und Helfer.

Der andere, wahrscheinlich viel wichtigere, Aspekt ist, dass Holz uns an unsere Ursprünge in der Natur erinnert. An die majestätische Ausstrahlung riesiger, uralter Bäume. Bäume sind wie wir auch Lebewesen – Lebewesen, die uns in der Regel (ohne unseren Einfluss) ohne Probleme um Generationen überleben.
Wer schon einmal gesehen hat, wie langsam ein Baum wächst, wenn auch nur unterbewusst, wird dieses Gefühl von Ehrfurcht schnell verinnerlichen. Ein Baum ist beindruckend, schön und lebenswichtig für uns alle.
Denn: Bäume nehmen Treibhausgase auf und geben Sauerstoff an die Umwelt ab.

Bild: Jonas Winkler

Die Mischung der oben genannten Eigenschaften macht den Baum zu einem wirklich beeindruckenden Mitbewohner auf der Welt. Und auch, wenn uns all diese Eigenschaften vielleicht fremd sind, die Schönheit von Holz ist unbestritten.
Die Bilder der Maserungen, die Farben und der Geruch verzaubern schon immer Menschen jeder Herkunft. Und genau diese Schönheit legt uns Holzwerkern eine wunderbare Aufgabe auf: Das Vorhandene erkennen und die Schönheit optimal zur Geltung bringen. Die Einsatzmöglichkeiten für Holz sind nahezu grenzenlos, doch wichtig ist es dabei, die Schönheit und die Eigenschaften des Holzes zu erkennen und sie dem optimalen Verwendungszweck zuzuordnen.

So können wir dem Baum und seiner majestätischen Natur auch nach seinem Ableben gerecht werden und uns im Stillen vor seiner Lebensleistung verneigen.

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
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Kommentare

27.05.2020

Ich würde noch ein Argument einschieben wollen: Menschen sind immer begeistert von Dingen die mehrere Sinn gleichzeitig möglichst intensiv berühren. Holz riecht sehr intensiv und reizt den Tastsinn. Auch beim zubereiten von Speisen habe die Menschen entdeckt, dass unterschiedliche Holzsorten den Geschmack der Speise unterschiedlich beeinflussen. Geräusche sind beim verarbeiten von Holz ganz wichtig (Der Hobel muss singen und nichts entspannt mehr als mal die Maschine und die Musik auszulassen und die Geräusche der Werkstatt zu hören). Der Sehsinn wird durch die ständige Veränderung des Holzes getriggert, sei es durch die Maserung, das Ölen, das verbrennen. 5 von 7 Sinnen werden getriggert. Das schaffen wenig andere Materialen und wenig andere Betätigungen in gleichem Maße. Schauen wir auf andere "Lieblingsbetätigungen" der Menschheit, entdecken wir ähnliche Zusammenhänge ;-)

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