Plane Steine für scharfe Schneiden

Ich schärfe sehr gerne mit japanischen Wassersteinen. Ich bin der Meinung, dass man mit keinem anderen System eine solche Schärfe erreichen kann.  Der Nachteil der Steine ist aber, dass sie mit der Zeit nicht mehr plan sind. Die Oberfläche höhlt sich unterschiedlich stark aus. Arbeitet man mit einer Schleifführung wird der Stein sogar noch schneller hohl, als beim Schärfen ohne Führung. Das hat damit zu tun, dass die Rolle der Führung auch einen Abtrag auf dem Stein erzeugt.

Im Laufe der letzten Jahre habe ich einige unterschiedliche Methoden ausprobiert meine Steine zu planen. Die einfachste und günstigste Art ist mit Sicherheit die Verwendung von geeignetem Schleifpapier auf einer ebenen Unterlage. Als Unterlage habe ich eine Granitfliese aus dem Baumarkt genommen. Das verwendete Schleifpapier hat die Körnung 120 und ist von ordentllicher Qualität. Es ist für den Nassschliff geeignet. Das Papier wird nass gemacht, auf die Fließe gelegt und darauf gerieben. 

Das Abrichten der Steine mit Schleifpapier auf einer Granitfliese ist besonders einsteigerfreundlich. Die Investitionskosten sind gering.

Das Abrichten der Steine mit Schleifpapier auf einer Granitfliese ist besonders einsteigerfreundlich. Die Investitionskosten sind gering.

Der Stein wird in kreisenden Bewegungen über das Schleifpapier gerieben. Zwischendurch wird der Abrieb mit Wasser abgespült.

Der Stein wird in kreisenden Bewegungen über das Schleifpapier gerieben. Zwischendurch wird der Abrieb mit Wasser abgespült.

Das verwendete Schleifpapier sollte von guter Qualität sein. Sparen Sie also an dieser Stelle nicht zu sehr.

Das verwendete Schleifpapier sollte von guter Qualität sein. Sparen Sie also an dieser Stelle nicht zu sehr.

Das funktioniert bei weichen Steinen recht gut und ist preisgünstig. Ich empfehle diese Methode sehr gerne wenn es preiswert und mit wenig Auffand sein soll. Allerdings kommt man sehr schnell an die Grenze dessen, was ein normales Schleifpapier leisten kann. Vor allem dann, wenn man mit härteren Steinen arbeitet. Dann wird das Schleifpapier nämlich sehr schnell stumpf.

Ich suchte nach einer besseren Lösung und habe eine Diamantplatte der mittleren Preisklasse ausprobiert. Die anfängliche Begeisterung hat schnell nachgelassen. Inzwischen bin ich von der Diamantplatte eher enttäuscht. Die anfänglich sehr gut und aggressiv arbeitende Platte verlor sehr schnell den Biss. An den Rändern war die dünnen Diamantschicht schnell weg. Nach etwa einem Jahr war die teure Platte nicht mehr zu gebrauchen. Vielleicht halten bessere und teurere Diamantplatten länger durch. Ich weiß es nicht. Das Schärfen und Abrichten mit Diamantplatten hat mich nicht überzeugt, daher habe ich das nicht weiterverfolgt. Ein großer Nachteil der Diamantplatten ist auch der, dass sie regelrecht am Stein festkleben. Das Abrichten wird dadurch sehr mühselig.

Die Diamantplatte klebt beim Abrichten förmlich am Stein. Das Abrichten ist sehr mühsam.

Die Diamantplatte klebt beim Abrichten förmlich am Stein. Das Abrichten ist sehr mühsam.

Diamantplatten haben den großen Vorteil, dass sie plan sind und es auch bleiben.

Diamantplatten haben den großen Vorteil, dass sie plan sind und es auch bleiben.

Die Standzeit hat mich nicht überzeugt. Der Abrieb der Diamantschicht ist gut zu sehen.

Die Standzeit hat mich nicht überzeugt. Der Abrieb der Diamantschicht ist gut zu sehen.

Einen Versuch habe ich auch mit einem Abrichtgitter gemacht. Das Material ist einem Schleifpapier nicht unähnlich. Es hält länger durch als normales Schleifpapier, ist aber auch wesentlich teurer. Auf Dauer wären mit persönlich damit viel zu hohe Kosten entstanden.

Solche Schleifgitter sind leider recht teuer und halten nicht viel länger als gutes Schleifpapier.

Solche Schleifgitter sind leider recht teuer und halten nicht viel länger als gutes Schleifpapier.

Derzeit habe ich einen Abrichtblock aus Slilziumkarbit zum Abrichten. Ich verspreche mir davon einen deutlichen Komfortgewinn. Der Block hat Rillen, dadurch klebt er nicht am Stein. Er ist groß genug, um darauf auch gut arbeiten zu können.  Bisher bin ich damit recht zufrieden. Wenn er nur so lange hält wie die Diamantplatte ist das für mich als Vielnutzer auch in Ordnung und wirtschaftlich. Vor allem ärgere ich mich zurzeit beim Abrichten der Steine nicht über mein Werkzeug.

Der Abrichtblock macht bisher einen sehr guten Eindruck

Der Abrichtblock macht bisher einen sehr guten Eindruck

Die ursprünglich verwendete Granitfliese nutze ich übrigens immer noch. Sie liegt schräg in einer Plastikwanne. Darauf liegt dann der Abrichtblock. Das beim Abrichten benutzte Wasser fließt nach unten in die Wanne. Das ist eine sehr saubere Sache.

Die Anordnung mit der flachen Wanne und der schrägen Fliese funktioniert bestens.

Die Anordnung mit der flachen Wanne und der schrägen Fliese funktioniert bestens.

Ich bin mir sicher, so mancher von Ihnen kennt auch die drei Kanalklinker von Friedrich Kollenroth. Er hat seine Schärfmethode auch bereits in der HolzWerken vorgestellt. Diese Methode soll gut funktionieren, erfordert aber das ständige Abrichten der Steine. Außerdem muss man erst einmal drei Klinkersteine selbst abrichten. Dazu konnte ich mich bisher nicht durchringen. Vielleicht wendet ja jemand von Ihnen diese Methode an und kann darüber berichten. Eventuell habe b Sie auch eine ganz andere Methode ihre Steine plan zu halten. Wenn ja, erzählen Sie es mit und den anderen Lesern.

Wissen. Planen. Machen. Das ist das Motto der Zeitschrift HolzWerken, dem Magazin für den Holzwerker.
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Kommentare

02.02.2016

Hallo Heiko, ich konnte mich bisher auch nicht motivieren die drei Kanalklinker zu planen, das soll ja mehrere Stunden dauern. Ich habe einen kleinen Naniwa Abrichtblock 17x5,5cm mit dem ich regelmäßig beim Schärfen über meine beiden Steine (800er King, 8000er Naniwa) reibe. Ich habe den Eindruck, dass die Steine so länger plan bleiben. Der 8000er muss ich nur noch ganz selten abgerichtet werden. Der 800er dann doch etwas häufiger. Hierzu nehme ich bisher auch Nassschleifpapier und eine dicke Glasscheibe. Ich überlege aber auch bei der nächsten Bestellung den großen Naniwa Abrichtblock Korn 220 anzuschaffen. Welchen verwendest du Korn 24 oder 220? Viele Grüße, André

02.02.2016

Hallo Heiko! Ein wichtiges aber kompliziertes Thema, das Schärfen. Meine Frage: Wie hältst Du Deine Abrichtblöcke plan? Oder ist ein Abrichten der Abrichtblöcke :-) eher nicht nötig? Herr Kollenrott richtet seine drei Klinker ja ab. Danke und liebe Grüße Peter

02.02.2016

Hallo Heiko, ich habe bzgl. Schleifpapier/Fliese und Diamantplatten ähnliche Erfahrungen wie Du gesammelt. Vor ca. 2 Jahren habe ich mir dann aber Klinker nach der Methode von Friedrich Kollenroth hergerichtet. Friedrich Kollenroth beschreibt seine Methode sehr genau, ausführlich und detailliert. Vielleicht wirkt die Methode dadurch aufwendig und nicht ganz einfach - bis man es gemacht hat. Ich hatte die Klinker an einem Nachmittag im Garten fertig. Wenn man die Klinker fertig hat, ist das Abrichten der Schleifsteine einfach unschlagbar günstig und präzise. Die einmal abgerichteten Klinker halten sehr lange ihre Ebenheit, und wenn sie einmal hohl sind, kann man Sie erneut gegeneinander abrichten – kaum Folgekosten, höchsten für etwas Siliziumcarbidpulver. Ja, die manchmal sehr gewünschte, leider nur sehr kurzlebige Aggressivität eines Schleifsteins, der mit einer groben (neuen) Diamantplatte abgerichtet wurde, erreiche ich mit den Klinkern nicht. Das hat aber vielleicht auch etwas mit der Art der Klinker zu tun, die ich verwende (Pflasterklinger, rot, gefast von Wienberger). Schleiffehler, die sich durch an den Ränder aufrollendes Papier oder (zu) kleinen Diamantplatten einstellen, kann ich auf den Klinkern sofort erkennen und beheben, und durch entsprechende Ergebnisse an den geschärften Eisen bestätigen. Ich glaube nicht, dass ich die Schleifsteine mit den Klinkern mehr oder öfter abrichten muss als mit anderen Methoden (der Abtrag beim Schärfen auf den Schleifsteinen bleibt ja gleich), aber ich richte meine Schleifsteine auf den Klinker in deutlich kleineren Intervallen ab, auch weil ich durch diese Methode erkannt habe, wie schnell manche (weiche) Schleifsteine hohl werden und dann nicht mehr die gewünschten Ergebnisse bringen. Wenn man sich einen festen Schleifplatz eingerichtet hat, und der Abrichtklinger direkt und dauerhaft dort liegt, dann richtet man seine Schleifsteine auch lieber mal schnell ein bißchen ab, als das "lästige" Abrichten noch ein bißchen heraus zu zögern. Ich habe meine Suche nach einer besseren Methode zum Abrichten von Schleifsteinen beendet. Wenn ich noch einmal etwas verbessern wollen würde, dann durch Variation des Klinker-Materials. Ich habe mir schon ein paar neue, dicke, große Kanalklinker besorgt, und werde im hoffentlich bald kommenden Sommer noch einmal einen Nachmittag im Garten „investieren“ um diese Klinker zu präparieren, und zu schauen ob mit diesen Klinkern vielleicht noch etwas mehr Agressivität an den Schleifsteinen erreichbar ist.

02.02.2016

Ich nehme zum Abrichten der Steine eine identische Granitfliese und streue darauf eine kleine Hand voll Quarzsand. Der verteilt sich beim Abrichten auf der Fläche und schmirgelt schön. Bischen Sauerei (die man mit Wassersteinen sowieso hat), klappt aber gut. Und ist sehr preiswert.

02.02.2016

Hallo an alle, die bisher kommentiert haben, leider erlaubt dieser Blog (noch) nicht direkt auf Kommentare als Antwort zu schreiben, daher fasse ich die Antworten in diesem Kommentar hier zusammen. Bei dem Abrichtblock, den ich verwende handelt es sich um den Naniwa mit der Körnung 220. Der funktioniert auch bei einem 1000er Stein noch gut. Ich setze ihn noch nicht so lange ein, finde ihn aber bisher sehr gut. Das Abrichten, sollte es einmal notwendig sein, würde ich mit Siliziumkarbitpulver auf einer ebenen Unterlage versuchen. Ich denke aber, dass man das nur sehr selten machen muss. Bisher achte ich peinlich darauf, den Abrichtblock sehr gleichmäßig und vollflächig zu nutzen. Vielleicht muss man ihn dann auch so gut wie nie planen. Das Planen von Steinen mit Sand kann ich mir nun nicht wirklich vorstellen. Ich hätte Bedenken, dass vor allem mein feinster Stein mit der Körnung 8000 darunter leiden würde und dass sich die Sandkörner in die feine Fläche des Steins setzen würden. Aber vielleicht sind meine Bedenken da auch unbegründet. Alexander, wie verhält sich diese Methode bei so feinen Abziehsteinen? Zu den Kanalklinkern hat mir Friedrich Kollenroth mal erklärt, dass sie nur funktionieren, wenn man in sehr kurzen Abständen die Wassersteine plant und auch immer wieder die Klinker gegeneinander reibt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Disziplin aufbringe. Außerdem benötige ich auch eine Lösung, die während eines Kurses funktioniert und nicht zu lange von den interessanteren und schöneren Arbeiten ablenkt. Daher sind sie für mich derzeit eher keine Option. Gruß Heiko

02.02.2016

Hallo Heiko, Du hattest um Bericht von Jemandem, der Erfahrung mit der Methode von Friedrich Kollenroth hat, gebeten. Ich kann die von Friedrich Kollenroth an Dich weitergetragene Info, dass die Klinker nur funktionieren, wenn man die Wassersteine in sehr kurzen Abständen plant und auch immer wieder die Klinker gegeneinander reibt, bei den von mir verwendeten, einfachen Pflasterklinkern nicht bestätigen. Vielleicht kann ich diese Erfahrung im Sommer, wenn ich mir die Kanalklinger hergerichtet habe, bestätigen und kehre dann wider zu den Pflasterklingern zurück, da mir der von Dir beschriebene Aufwand auch zu hoch ist.

10.02.2016

Hallo Heiko, die Frage die bei dem Abrichtstein ist doch: Bleibt der den plan? Und wenn nicht, wie planiert man den dann? Die Kanalklinker brauchen recht wenig Pflege. Die Herrichtung geht sehr schnell, wenn man den Vorschliff auf einer Gewegplatte macht. Liebe Grüße Pedder

27.04.2016

Hallo Heiko, ich habe letzten Dezember drei Klinker nach der Kollenrott-Methode hergerichtet. In Ermangelung von Korund habe ich Quarzsand verwendet. Es hat damit zwar etwas länger gedauert bis die Klinker plan waren (ca. 2h nur fürs Läppen) aber es hat erstaunlich gut funktioniert. Die Ergebnisse beim Abrichten der Steine sind ebenfalls gut und in Bezug auf Haltbarkeit habe ich keine negativen Erfahrungen gemacht. Ich arbeite damit seit Anfang dieses Jahres und habe keine Aushölung der Klinker festgestellt. Mein King-Schruppstein (220er Seite des 220/1000 Kombi) ist inzwischen so gut wie aufgebraucht und die Klinker sind immer noch eben (ich prüfe die Planheit regelmäßig). Und im Bedarfsfall hätte ich ja immer noch den "dritten" Klinker in Reserve. Die Aussage, dass das Planhalten der Klinker aufwändig sei, kann ich nicht bestätigen. Fazit: Ich bin Neuling, und die Klinker Methode ist die erste, die ich ausprobiert habe, weil ich anfangs nicht so viel Geld ausgeben wollte. Aber sie funktioniert so gut, dass ich dabei bleiben werde. Gruß Markus

30.03.2017

Hallo Heiko, Wie sind deine Erfahrungen nach einem Jahr mit dem Abrichtblock von Naniwa? Immer noch positiv? Gruss Geru

30.03.2017

Hallo Geru, der Abrichtblock tut immer noch sehr gut seinen Dienst. Ich richte damit Steine von Shapton und gelegentlich noch einen Cerax ab. Der Abrichtblock ist immer noch plan und die Steine natürlich auch noch. Ich gebe mir allerdings auch mühe den Block so gleichmäßig wie möglich zu nutzen. Auf Absehbare Zeit werde ich wohl keine Probleme mit der Planheit des Blocks oder meiner Steine haben. Von daher kann ich diesen Abrichtblock immer noch guten Gewissens empfehlen. Gruß Heiko

14.11.2019

Hallo Heiko, ich möchte mir die Glass Stones von Shapton zulegen in unterschiedlichen Körnungen. Nur bin ich mir nicht sicher mit welchen Abrichtblock ich die Shapton Steine wieder Plan bekomme. Bei dem von Dir benutzen Block von Naniwa schreiben Sie bei Feine Werkzeuge: Einen Shapton-Stein auf einem Abrichtblock aus Siliziumkarbid ohne diese Pulverzugabe abzurichten ist ein sehr mühevolles Unterfangen. Da geht es um Siliziumkarbidpulver. Ich bin ziemlich verunsichert im Moment. Die besten Steine nützen nichts wenn man sie nicht mehr Plan bekommt. Was meinst Du? Schöne Grüße Rüdiger

15.11.2019

Hallo Rüdiger, mit den Glas-Stones habe ich keine Erfahrungen, ich nutze die einfacheren Steine von Shapton. Diese richte ich mit dem gezeigten Abrichtblock ohne Pulver ab. Es mag sein, dass es mit Pulver schneller geht. Wenn man mit dem Abrichten aber nicht zu lange wartet, funktioniert das auch so. Es mag aber sein, dass es mit den Glas-Stones nicht funktioniert. Gruß Heiko

15.11.2019

Hallo Heiko, danke für Deine Antwort. Die Shapton Glass Stones habe ich in einem Kurs benutzt und ein Stemmeisen damit geschärft. Ich bin gut damit zurecht gekommen. Oder meinst Du ich soll die "einfacheren" Steine von Shapton nehmen? Weißt Du zufällig was der Unterschied ist? Ein schönes Wochenende Rüdiger

15.11.2019

Hallo Rüdiger, ich kenne die Glas-Stones nicht, daher kann ich dir hier keine Empfehlung geben. Gruß Heiko

15.11.2019

Danke Dir Heiko ein schönes Wochenende wünsche ich. Schöne Grüße Rüdiger

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