Vor allem bei Hölzern mit gröberen Fasern ist beim Fräsen einer Nut oft eine der beiden Innenkanten sehr ausgefranst. Das passiert natürlich vor allem beim Fräsen quer zur Faser, kann aber auch längs der Fall sein. Wenn das Werkzeug in der Handoberfräse richtig scharf ist, kann es daran nicht liegen – woran dann?
Das Problem tritt besonders dann auf, wenn eine Nut in nur einem Durchgang auf volle Breite gefräst werden soll. Auf der Seite der Nut, auf der die Drehrichtung des Fräsers mit der Vorschubrichtung deckt, geht alles glatt: Denn hinter den Holzfasern, die gerade abgetrennt werden, stehen noch weitere und verhindern ein Ausfransen. Anders auf der gegenüberliegenden Seite: Hier dreht sich der Fräser gegen die Vorschubrichtung; die Fasern reißen aus, weil sie hinter sich keinen Halt durch andere Fasern finden. Wenn es auf die Sauberkeit des Schnitts ankommt, verfahren Sie zweistufig und mit einem Fräser, der etwas dünner ist als die Nut breit werden soll: Zuerst fräsen Sie eine Nut-Innenkante, und dann in Gegenrichtung die zweite (Fräserdrehung beachten). Noch feiner wird es, wenn Sie zunächst mit einer "Räumfräsung" möglichst viel Material aus der Mitte der Nut entfernen.
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