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Weißleim, PU-Leim, Epoxydharz - Was hält besser?

Verfasst von: Heiko Rech, Tischlermeister | 16.09.2014

Weißleim, PU-Leim, Epoxydharz

Weißleim, PU-Leim, Epoxydharz

Moderne Holzleime halten in der Regel mehr aus als das Sie umgebende Holz. So ist der weit verbreitete Weißleim (PVAC Leim) auch bei den meisten Holzwerkern und Tischlern die erste Wahl für Verleimungen. Immer öfter hört und liest man aber davon, dass Epoxydharz für kritische Verleimungen verwendet wird. Bisher habe ich Epoxydharz nur verwendet um Astlöcher transparent oder schwarz zu füllen und für die Verklebung von Metallen mit Holz. Für das Verkleben von Holz mit Holz habe ich es noch nicht angewendet.

Da ich demnächst einige Verleimungen machen werde die als kritisch zu bezeichnen sind habe ich einige Versuche mit Epoxydharz gemacht. Zunächst möchte ich aber noch kurz darauf eingehen, was für mich kritische Verleimungen sind.  Dazu gehören auf jeden Fall Verleimungen, bei denen Hirnholz im Spiel ist. Also Hirnholz auf Langholz, Verleimung von Gehrungen und natürlich Hirnholz auf Hirnholz. Ebenfalls kritisch sind meiner Meinung nach alle Verleimungen mit kleinen Leimflächen.

Ich habe mir vor dem l.eimtest entsprechende Musterhölzer vorbereitet. Alle gleich groß und alle aus dem gleichen Holz (Kiefer). Als Testverleimungen habe ich mir eine Längsverleimung zweier Leisten, eine Verleimung Hirnholz Langholz mit zwei Leisten, eine Verleimung Lang- auf Querholz mit zwei Leisten und eine Gehrung ausgesucht. Mit diesen Mustern sollte es möglich sein einen guten Eindruck davon zu bekommen ob Epoxydharz dem normalen Weißleim überlegen ist. Als dritten Testkandidaten habe ich noch einen PU-Leim dazu genommen.

Verschiedene Musterverklebungen

Verschiedene Musterverklebungen

Ich habe jeweils vier Verleimungen mit jedem dieser Leime bzw. Kleber gemacht. Alle Verklebungen habe ich über Nacht aushärten lassen. Alle Verbindungen wurden mit ausreichend Pressdruck hergestellt um eine dichte Leimfuge zu erhalten. Ausgetretener Leim wurde entfernt. Alle Teststücke konnten über 24 Stunden aushärten.  Am nächsten Tag wurde es spannend: Der Bruchtest!

Die Bruchstellen der einzelnen Verleimungen

Bruckhstellen von Weißleim- Verleimungen
Brucstellen PU-Leim
Bruchstelle Epoxydharz

Natürlich handelt es sich bei diesem Test um keine besonders wissenschaftliche Vorgehensweise. Er reichte aber aus um meine Neugierde zu befriedigen. Und es reichte aus um das zu bestätigen, was ich schon vor dem Test vermutete. Der altbewährte Weißleim gehört noch lange nicht zum alten Eisen. Denn die Verleimungen brachen nicht, sondern die Holzfaser gab nach. Entscheidend für den guten Halt ist demnach der Faserverlauf und in welcher Richtung die Fasern aufeinander treffen. Der verwendete Kleber oder Leim ändert hieran nichts. Die Verleimung der Gehrung war mit Weißleim am stabilsten. Die Verleimung mit Epoxydharz war hier die schlechteste. In diesem Video sehen Sie die Ergebnisse alle nacheinander.

 

Mein persönliches Fazit:

Wenn eine Verbindung dieser Art wirklich stabil sein soll muss ein Verbinder mit ins Spiel kommen. Konkret bedeutet das also Rund-oder Flachdübel, Zapfen, Schrauben etc. Epoxydharz bewirkt hier keine wirkliche Verbesserung gegenüber Weißleim und auch PU-Leim hat keine nennenswerten Vorteile. Man sollte sich nicht verrückt machen lassen: Der gute alte Weißleim ist in dem meisten Fällen die richtige Wahl.

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