Lange Zwingen allein ansetzen

Sobald die Zwinge länger ist als der Arm reicht, ist sie schwer zu koordinieren. Trotzdem kann es vorkommen, dass ein Projekt genau diese Anforderung an den Holzwerker stellt. Wer keinen menschlichen Verleimpartner findet, muss ganz schön zirkeln, um die lange Zwinge wirksam anzubringen.

Denn je länger die Zwinge ist, desto schwerer ist sie. Doch auch wer allein in der Werkstatt mit dieser Aufgabe steht, kann mit einem einfachen Trick zu einem sauber verleimten Ergebnis gelangen. Dafür benötigen Sie pro langem Zwingenkopf drei Zulagen.
Eine lange Zulage (1) schützt das Werkstück vor Abdrücken der langen Zwinge und kann so lang sein wie das Werkstück breit ist, denn auf der anderen Seite wird ja ebenfalls eine Zwinge angesetzt. Eine kurze Zwinge hält die beiden kurzen, schmaleren Zulagen (2 und 3). Sie sitzen somit direkt unterhalb der Position, auf die mit der langen Zwinge Druck aufgebaut werden soll. Zulage 2 stützt den Kopf, während Zulage 3 das Werkstück vor Beschädigungen durch die kurze Zwinge schützt. Zusammen halten sie Zulage 1 in Position. So bleibt die Hand frei, um die lange Zwinge problemlos anzusetzen.
Denn nun können Sie den Kopf der großen Zwinge einfach auf Zulage 2 auflegen. Ganz bequem können Sie nun den Zwingenfuß der großen Zwinge mit einer vierten Zulage ansetzen und festziehen. So gelingt die Verleimung auch über lange Strecken (von) ganz allein.

Die besten Tipps und Tricks

In jeder Ausgabe veröffentlich die Zeitschrift HolzWerken Tipps und Tricks zu allen Themen rund um das Arbeiten mit Holz. Die besten Beiträge dieser äußerst beliebten Rubrik hat die Redaktion für diese Buchausgabe aus den ersten 47 Ausgaben ausgewählt.
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Kommentare

05.12.2016

ein Klasse Vorschlag! Ich habe mir inzwischen ca 20 Zulagen mit eingeschraubten Ringmagneten hergestellt. Somit muß ich mich nicht mit jeder einzelnen Zulage herumschlagen, sondern nur darauf achten, daß diese sich nicht verdreht. Trotz meiner inzwischen angeschafften Bessey-Korpuszwingen mit denen ich sehr zufrieden bin, werde ich aber obigen Vorschlag beherzigen! Kompliment!

05.12.2016

Ich habe diese "System" mal etwas abgewandelt: Aus Multiplex habe ich mir unterschiedlich lange (von 20cm bis 60 cm "Winkelleisten" von 15cm x 15cm Schenkellänge (ruhig mit Flachdübel) verleimt. An der Kante,wo oben nur ein Klötzchen hinkomt, habe ich eine komplett durchgehende Leiste aus Hartholz geleimt. Diese "Leimwinkel" sind von der Innenseite mit Folie belegt. Ich nutze diese generll, wenn ich Kästen, Korpusse etc verleime. Sie werden auf die Ecken gelegt und über der "kurzen" Seite mit einer Zwinge gesichert . bzw. diese schon vorgespannt. Dann kommen die lange Seite dran. Wenn man auf eine genaue 90 Grad verleimung der Winkel achtet, kann man fast sicher sein, diesen auch zu erhalten (trotzdem kontrollieren!!). Bei einigen dieser winkel habe ich in bestimmten Abstanden an der Ecke Aussparungen gemacht. Hier kann, falls gewünscht wird, vorgebohrt und geschraubt werden.

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