„Jeder Jeck ist anders“, sagt man im Rheinland. Jede Handkreissäge auch. Und daher muss eine neue Handkreissägen-Schiene (genauer: ihre Gummi-Lippe) auch vor dem ersten Gebrauch eingeschnitten werden.
Und das passiert dabei im Detail: Der Schienen-Hersteller lässt die Lippe ab Werk immer etwa einen halben Zentimeter breiter. Beim Einschneiden (ein einfacher Schnitt auf ganzer Schienenlänge ohne Holz) trennt das Sägeblatt der Maschine den Überstand ab, nicht etwa ein Cutter. Das führt dazu, dass die Rest-Lippe stets unmittelbar am Sägeblatt anliegt. Das ist wichtig gegen Ausrisse.
Im Einsatz liegt die Schiene dann fest auf dem Werkstück. Die eng anliegende Lippe hält die Holzfasern an ihrem Platz, wenn direkt daneben die Sägezähne aus dem Werkstück herausrasen. Sie werden den Unterschied bemerken, wenn die Lippe mal beschädigt ist. Das passiert nach vielen Hundert Schnitten schon mal oder auch beim unbedachten Herausziehen der noch laufenden Maschine. Eine Lippe kann einzeln nachgekauft werden und wird einfach in die kleine Nut der Schiene eingezogen. Etwas Spülmittel hilft dabei als Schmierung. Und dann heißt es wieder: einschneiden.
Foto: Andreas Duhme
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