Tipps & Tricks Tischlern

Gezinktes nur mit zwei Zwingen verleimen

Illustration: Willi Brokbals
Illustration: Willi Brokbals

Gut oder auch nur mittelmäßig geschnittene Zinken benötigen beim Verleimen viel weniger Aufwand als gedacht.

Bei einem kleinen Korpus oder einem Schubkasten sieht man es oft: Vier Zwingen werden angesetzt, eine für jede Seite, jeweils zwei parallel. Das ist bei Lichte betrachtet paradox, denn passgenaue Zinken können ja nur in eine Richtung zwischen ihre Schwalben gleiten. Warum also der Aufwand, in zwei Richtungen Druck aufzubauen? Die 4-Zwingen-Hoffnung ist, dass sich eventuelle Zwischenräume, die parallel zur Rutschrichtung liegen, noch schließen. Doch dazu würde es gewaltiger Kräfte benötigen: Erstens, um das Holz zu verformen und zweitens, um die Verleimung dauerhaft in Form zu halten. Bei halbwegs gut geschnittenen Zinken ist das nicht nötig. Es genügt, allenfalls direkt nach dem Zusammenstecken einmal pro Seite kurz eine Zwinge rechtwinklig zur Rutsch­richtung anzusetzen, um die Zinken wirklich auf den Grund der Schwalben-Zwischenräume zu drücken.
Danach genügen zwei Zwingen, die auf die Schwalbenbretter wirken. Dann noch kurz die Diagonalen ("Stichmaß") vergleichen und auf ein Maß bringen – und dem Leim ausreichend Zeit zum Abbinden geben.

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