Alte Feilen als Ausgangsmaterial für selbst gebaute Drechseleisen wirken verlockend – sie sind hart, oft aus Werkzeugstahl gefertigt und scheinbar stabil genug für den Einsatz an der Drechselbank. Doch diese Annahme birgt erhebliche Risiken. Feilen sind auf ganzer Länge durchgehärtet, was sie sehr spröde macht. Sie können bei Biegebelastung oder Vibration ohne Vorwarnung brechen.
Außerdem: Die exakte Stahlzusammensetzung ist meist unbekannt, was eine gezielte Wärmebehandlung oder das sichere Nachhärten unmöglich macht. Alte Feilen tragen häufig unsichtbare Haarrisse in sich. Diese Schäden können sich beim Drechseln abrupt bemerkbar machen, mit gefährlichen Folgen.
Und zudem ist das Umarbeiten einer harten Feile eine echte Drecksarbeit. Schließlich müssen alle harten Zähnchen erst einmal komplett abgeschliffen werden, damit das Werkzeug sauber über die Handauflage gleiten kann.
Foto: Andreas Duhme
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