Dreh- und verschiebbare Spindelstöcke an Drechselbänken arretieren oft nach einer solchen Bewegung nicht mehr genau in ihrer Ausgangsposition. Jetzt fluchten Mitnehmerspitze und Reitstockspitze nicht mehr exakt. Was bei herkömmlichen Arbeiten wenig oder gar nicht stört, wird bei Bohrarbeiten mit dem Reitstock auf der Drechselbank zum Problem: Der Bohrer weist nicht in den Mittelpunkt des rotierenden Werkstücks.
Teures Spezial- Ausrichtwerkzeug (Doppel-Konus) kann natürlich Abhilfe schaffen. Es geht aber auch einfacher und günstiger! Das zu bohrende Werkstück wird dazu mittels Futter oder anderem geeignetem Werkzeug auf der Spindel befestigt. Das Bohrfutter ist mit dem gewünschten Bohrer in dem Konus des Reitstocks befestigt. Für die Einstellarbeit wird die niedrigste Drehzahl der Maschine gewählt. Die Bohrerspitze wird an das langsam rotierende Werkstück knapp herangeführt, so dass sie gerade eben das Werkstück berührt. Dann wird der Arretierungshebel oder die Schraube des Spindelkastens leicht gelöst, der Spindelkasten vorsichtig und genau in Position gebracht und so arretiert. Jetzt sind Spindelstock und Reitstockspitze perfekt zueinander ausgerichtet und eine genaue Bohrung ist möglich. Entsprechend kann so auch mit etwas zu lockeren Reitstöcken verfahren werden: Auch hier wird der Reitstock mit eingespanntem Bohrer und rotierendem Werkstück genau ausgerichtet und dann festgespannt.
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