Schleifen mit dem richtigen Dreh

Wer kennt das nicht? Das letzte Eisen ist weggelegt, aber die Innenseite einer gedrechselten flachen Schale oder eines Tellers ist noch etwas rau an der Oberfläche. Oder die Wandstärke ist schon so gering, dass beim letzten Schnitt der Waschbretteffekt eingesetzt hat. Jetzt muss mühselig die Oberfläche geschliffen werden. Das ist eine zeitaufwändige Arbeit und der Schleifmittelverbrauch ist erheblich.

Abhilfe schafft in dieser Situation ein kleiner und kostengünstiger Helfer, den wohl fast jeder Anbieter für Drechselwerkzeug und Zubehör im Programm hat. Der Helfer besteht aus einem Eisenrundstab mit Gewinde, auf dem ein Schleif­teller aus flexiblem Kunststoff aufgeschraubt ist. Auf dem Schaumstoff klebt ein Klettbelag, der dann Schleifpapier der verschiedensten Kör­nungen sicher hält. Der Schaft des kleinen Schleifaufsatzes passt in eine Bohrmaschine. An das rotierende Werkstück gehalten, trägt er das Holz sehr gut ab und die Schale ist im Nu sauber und plan geschliffen.
Probleme bereiten allerdings tiefe, zum Teil hinterschnittene Gefäße und Vasen, da deren Innenseiten für die Bohrmaschine nicht zugänglich sind. Dafür gibt es ebenfalls im Werkzeughandel Rotationsschleifer. Das sind Handgriffe, an deren Front sich ein Gelenk mit einem Kugellager befindet. Dahinein kommt der Schleifkopf.
Am rotierenden Werkstück beginnt sich der Schleifkopf selbständig zu drehen, und der Innenraum des Gefäßes kann ebenfalls sauber geschliffen werden. Ein kleiner Wehrmutstropfen ist allerdings dabei: Am Werkstück wird man im Gegenlicht kreisförmige Schleifspuren entdecken. Diese müssen auf der Drehbank nochmals von Hand mit Schleifpapier bis zur gewünschten Endkörnung nachgeschliffen werden.

Bohrmaschinenschleifaufsatz. Foto: Martin Adomat

Die besten Tipps und Tricks

In jeder Ausgabe veröffentlich die Zeitschrift HolzWerken Tipps und Tricks zu allen Themen rund um das Arbeiten mit Holz. Die besten Beiträge dieser äußerst beliebten Rubrik hat die Redaktion für diese Buchausgabe aus den ersten 47 Ausgaben ausgewählt.
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Kommentare

22.07.2014

Schalen schleifen

22.07.2014

Wo kann man so ein Schleifgerät erwerben. Bin schon ewig auf der Suche. vG Dieter

23.07.2014

Hallo Herr Laschinka, es gibt eine Lösung von Robert Sorby, den Sandmaster. Das ist ein Gelenk, das auf einem Griff sitzt und auf den man den kleinen Schleifteller aufsetzt. Eine mögliche Bezugsquelle ist http://drechslershop.de/schleifen-polieren/schleifvorrichtungen/sorby-sandmaster.html Ein ähnliches Prinzip verfolgt Simon Hopes Vorrichtung: http://www.drechselbedarf-schulte.de/de/online-shop/oberflaechenbehandlung/schleifgewebe/simon_hope_handschleifer_pro-sander_detail.html Sicher gibt es noch weitere Anbieter. Sonja Senge vom Team HolzWerken

04.12.2018

Gibt es bei Dictum.com und anderen Händlern. Halte ihre Methode jedoch für besser und ist auch deutlich günstiger. Bleiben Sie ruhig dabei!

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