Mit etwas Pech wird Holz wasserdicht

Wie bekomme ich die gerade gedrechselte Blumenvase oder das neue Trinkgefäß so dicht, dass weder das Holz noch der Tisch nass werden? Diese Frage stellt sich vielen Drechslern.

Prost!

Die Antwort ist: Fasspech. Es wird zum Auspechen von Bierfässern aus Holz verwendet, deshalb ist es auch optimal zum Abdichten von Trinkgefäßen geeignet. Dieses aus Baum- und Pflanzenharzen bestehende Material gibt es, in Brocken abgepackt zu je einem Kilogramm, im Handel zu kaufen. Das Pech ist nach dem Auftrag so flexibel, dass es die Bewegungen im Holz ­mitmacht. Es gibt neues Fasspech mit der Farbe Honiggelb und bereits gebrauchtes Fasspech in Dunkelbraun. Beide werden mit der gleichen Methode verarbeitet.
Zunächst muss das Fasspech auf 180° erhitzt werden. Dazu eignet sich am besten eine Induktionskochplatte, bei der man die Temperatur genau einstellen kann. Bei einer herkömmlichen Kochplatte hat das Pech dann die richtige Temperatur, wenn die Oberfläche im Topf zu simmern beginnt.
Wichtig für die Sicherheit: Fasspech ist brennbar, daher darf kein offenes Feuer im Raum sein. Und: Schützen Sie Körper, Arme, Hände und Gesicht vor äußerst schmerzhaftem Kontakt zum heißen Pech. Das flüssige Fasspech wird mit einem Schöpflöffel in das Gefäß gegossen. Zügiges Drehen verteilt das heiße Material im Inneren, der Überschuss wird wieder in den Topf gegossen. Der Vorgang kann beliebig oft wiederholt werden. Beim Erkalten wird das Fasspech hart. Das Weißbierglas (pardon: -holz) ist dicht und kann benutzt werden. Prost!

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