Lesergalerie Tischlern
Bett aus Esche
Ein Bett für meinen Sohn. Und ein lehrreiches Projekt, das einmal quer durch meinen Maschinenpark geht.
Das Rohmaterial für dieses Projekt waren Esche-Bohlen aus dem nahegelegenen Altmühltal.
Die Vorbereitungen begann ich wie immer damit, die Bohlen abzurichten und auf Dicke zu hobeln. Am Ende hatte ich 37 mm Materialstärke und 172 mm Zargenhöhe, was für mein Vorhaben gut geeignet war. Erst danach bin ich die genaue Planung im CAD-Programm angegangen.
Verbindungen
Bei der Wahl der Bettbeschläge bin ich (nach Recherche der HolzWerken Videos) der Empfehlung von Guido Henn gefolgt und habe die Knapp Duo Zargenverbinder eingesetzt.
Für diese habe ich eine Frässchablone angefertigt und erste Testpassungen an Restholz angefertigt.
Der Testlauf lief auf Anhieb erfolgreich, dass ich nicht ahnte, dass das eigentlich simple Verschrauben auf dem Langholz zu Problemen führen kann, da es extrem exakt erfolgen muss. Am Ende des Projekts bin ich noch mal ziemlich ins Schwitzen gekommen, als die Seitenwangen sich nicht am Fußende einhängen ließen. Die zwei Verbinder, die exakt in einer Flucht untereinander liegen müssen, hatten sich leicht gegeneinander verdreht. Der Grund: Ich hatte ein Bohrloch nicht exakt in der Mitte der Zarge gebohrt. Eine zusätzliche Vorrichtung, um die Verbinder auch auf dem Gegenstück ohne Slot exakt positionieren zu können würde ich daher wärmstens empfehlen. Für das Bohren der Löcher empfiehlt sich grundsätzlich ein selbstzentrierender Beschlagbohrer. Für die Justierung der Panhead Schrauben empfiehlt sich ebenfalls ein Hilfsmittel, um alle Schrauben aufs gleiche Maß justieren zu können. In meinem Fall hat eine 6 mm M-Mutter genau die richtige Höhe gehabt.
CNC für die Feinarbeit
Bei der Fertigung der Füße habe ich nach etwas Hin und Her doch meine CNC-Fräse eingesetzt. Das exakte positionieren der Domino-Fräsungen im Langholz hat mich letztendlich überzeugt, zumal ich schon ein fertiges 3D-Modell hatte.
Damit die Domino-Dübel auch an den richtigen Stellen mit Leim benetzt sind, habe ich die Fräsungen auch noch angefast, so wie das Stefan Böning auf HolzWerken TV vor kurzem beschrieben hat (Dübelverbindung).
Stirnseitige Bearbeitung
Ich habe ausgedruckte Papierschablonen direkt aus dem CNC Modell exportiert, um die Dübel stirnseitig passgenau mit der Dominofräse einbringen zu können.
Endmontage
Nach dem die Zargenverbinder exakt angebracht und justiert waren (da gehts wirklich äußerst genau!), klappte die Endmontage wie im Bilderbuch. Die fertigen Teile hatten die perfekte Größe, um unsere enge Treppe zu überwinden. Und das zusammenstecken im Kinderzimmer lief reibungslos. Eine Wohltat!
Fazit
Etwas wehmütig habe ich die letzten Eschebohlen aus meinem Lager verarbeitet. Aber das Endergebnis macht mich sehr stolz. Ich habe wieder einige Lektionen gelernt. Und die Maserung der Esche … einfach super! Ich hoffe, mein Sohn hat lange Zeit Freude an diesem Bett.
- Eschenholz, 37 mm
- Leinöl
- Weißleim
- Domino-Dübel 8x50
- Zargenverbinder Knapp Duo 62/15
- Schrauben
- Abricht/Dickenhobel
- Tauchsäge
- Oberfräse mit Kopierring
- CNC-Fräse
- Bandsäge
- Frästisch mit Anlauffräser
- Zwingen
- Bandschleifer
- Exzenterschleifer
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