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Rahmen und Füllung (Landhaustüre)

Türen in Rahmenbauweise sehen nicht nur rustikal aus, sondern sind auch materialsparend und neigen kaum zum Verzug. Die Voraussetzung für eine maschinelle Fertigung solcher Türen ist eine Tischfräse mit geeigneten Fräsern, die in diesem Projekt vorgestellt werden.

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Aus Massivholz mit Rahmen und Füllung gefertigte Türen, auch als Landhaustüren bekannt, sind bei fachgerechter Fertigung sehr stabil und langlebig. Wer solche Türen maschinell herstellen möchte, kommt um eine halbwegs vernünftige Tischfräse nicht herum.

Ebenso bedarf es eines Probestücks um die Einstellungen der Fräse zu erproben und diese anschließend im Fertigungsplan zu notieren, sodass beim tatsächlichen Werkstück nichts schief geht. Dieser Beitrag handelt von solch einem Probestück und den Erkenntnissen, die bei dessen Fertigung gewonnen wurden.

Voraussetzung für eine gelingende Türe ist gut und rissfrei getrocknetes Holz. Unbedingt muss die Holzfeuchte vor dem Fertigungsprozess mittels Messgerät ermittelt werden - diese Erfahrung musste ich leider machen, nachdem sich eine Tür aus scheinbar noch zu feuchtem Holz im Nachhinein derart stark verzogen hat, dass ein Öffnen und Schließen erst wieder nach mechanischer Nachbearbeitung möglich war.

Nachdem die Bohlen zu Rahmenhölzern aufgetrennt, diese anschließend sauber ausgehobelt und abgelängt wurden muss noch eine Holzplatte für die Füllungen verleimt werden. Dann erst kann die eigentliche Fertigung der Tür beginnen. Ich habe mich dazu entschieden, die Rahmenkonstruktion unter der ersten Füllung aufzudoppeln und habe somit als erstes einen Verleimfräser in der Tischfräse eingesetzt. Insofern kein Vorschubapparat verfügbar ist, sollte für diesen Fräsgang das Holz mittels einer Spannlade (siehe Bild) über die Fräse geführt werden.

Nun können auf den Universalfräser die Konterprofileisen gespannt werden. Der Fräser wird anschließend so eingestellt, dass das entstehende Profil passend im Rahmenholz liegt. Insofern die Fräse mit einer digitalen Höhenverstellung ausgestattet ist, muss dieser Wert gespeichert oder notiert werden, sodass er für die weiteren Arbeitsgänge bekannt ist und ein Probestück entfallen kann. Für Fräsarbeiten im Längsholz wird der Vorschubapparat oder die Spannlade verwendet, im Hirnholz empfiehlt sich die Verwendung des Queranschlags, falls die Fräse mit einem Schiebeschlitten ausgerüstet ist.

Fräsen im Hirnholz führt selbst bei scharfem Fräser schnell zu Ausrissen. Somit sollte zwischen Queranschlag und Rahmenholz immer ein Opferholz in gleicher Materialstärke eingesetzt werden. Die Verwendung eines Klemmniederhalters, welcher in die Führungsnut des Schiebetisches eingeschoben wird und das Rahmenholz gegen seitliches Verrutschen fixiert, macht diesen Arbeitsgang für den Benutzer sehr sicher.

Die Spindeldrehzahl ist abhängig von der Fräsergröße lt. Drehzahltabelle einzustellen, falls vorhanden sind Messerverdeckungen und Schutzvorrichtungen selbstverständlich anzubringen. Schon kann der Fräsvorgang losgehen. Dabei sorgt eine im Voraus durchgeführte, sorgfältige Arbeitsplanung für eine deutliche Steigerung der Produktivität, da somit zeitraubende Rüstzeiten der Fräse minimiert werden.

Werden die Fräsarbeiten sorgfältig ausgeführt, können die Rahmenteile schon mal testweise zusammengesteckt werden – dann lassen sich auch die Maße der Füllungen ohne Gefahr von Rechenfehlern durch Messen am Werkstück unkompliziert ermitteln.

Ist dies geschehen muss die Tischfräse erneut umgerüstet werden. Der Queranschlag wird demontiert, der Profilfräser durch einen Abplattfräser ersetzt. Auch hier muss die Spindelhöhe, am besten durch Messen des Abstands Fräser-Maschinentisch auf die verwendete Plattenstärke eingestellt und der Wert für die weitere Fertigung notiert werden. Voraussetzung ist dann bei folgenden Arbeitsgängen nur noch, dass der Fräser immer gleich auf die Spindel – nicht etwa mit Distanzringen – gesetzt wird.

Sind alle Teile gefräst wird die Türe zusammengesteckt und verleimt. Dabei darf jedoch kein Leim zwischen Rahmen und Füllung gelangen, sodass sich die Füllung bei etwaigen Quellen und Schwinden in der Nut bewegen kann. So wird ein Auftreten von Spannungen und ein Verziehen verringert. Das Verstärken der vier Türecken durch Rund- oder Dominodübel erhöht die Stabilität der Türe nochmals und macht diese Konstruktion auch für robuste Außentüren tauglich.

Verwendetes Material
  • Fichtenbohlen
Verwendetes Werkzeug
  • Kreissäge
  • Hobelmaschine
  • Tischfräse

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Kommentare

2 Kommentare

  1. benedict.goetz

    Hallo Fabio, danke für diese Einblicke. Kannst du mir sagen, wie du die Gehrungen aus den Profilen in den Längsfriesen ausgearbeitet hast. Insbesondere die für die mittleren Querfriese. Danke dir.

    • Fabio Hühnlein

      Spannende Frage – ohne eine Skizze gar nicht so leicht zu beantworten. Die Gehrung, welche man vermeintlich an den der Füllung zugewandten Seiten der Rahmenhölzer sieht, ist eigentlich keine Gehrung sondern ein Stoß. Die Gehrungsoptik entsteht durch die geschickt gewählte Form des (Konter-)profils, da sich das konvex ausgearbeitete Profil im Längsholz der Längsfriese (vgl. Felder Profilmesser 04.4.522) mit dem konkav profilierten Hirnholz der Querfriese (vgl. Felder Profilmesser 04.4.523) so stößt, sodass man dort eine Gehrung sieht, wo sie technisch gesehen nicht vorhanden ist.